Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- [Rezension] / M. S.
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 137 (sequence 2)
- Language
- German
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fdes Judentums stellt sich, gleichberechtigt ihre irrational-religiös-mystische, die, wenn auch, durch die andere zurückge'drängt, seit je im Judentum bestand. Auch der Laie, der den mystischen Sinn dieser Lehre nicht voll zu erfassen vermag, verspürt immer wieder ihre menschliche Größe; sie wird ihm Ausdruck und Bürgschaft der tiefsten schöpferischen Kräfte des jüdischen Volkes. M. S. L'Immigratione degli Ebrei in Palestina nei Tempi Moderni, von Doktor Reuben Kaznelson. Comitato Italiano per lo Studio dei Problemi della Popolazione, Serie I, Band II, Roma, S. 92. — Unser geschätzter -Mitarbeit^ gibt eine eingehende Studie über die Einwanderung der Juden nach Palästina. 1880 gab es im Lande 33u500 Juden, und zwar nur in den Städten, im Jahre 1913: 86.000, davon 8000 am Lande. Die Ziffer fiel auf 56.000 nach Kriegsschluß. Der Autor gibt alle wünschenswerten Daten über die Immigrations vor Ordnungen, analysiert eingehend die Zahlen, gruppiert die Einwanderer nach Alter, Herkunftsländern, sozialer Position, Beruf, zieht die anderen Einwanderungsländer in Vergleich und gibt ein reichhaltiges Tiabellenmaterial. Diese Untersuchung ist die eingehendste über diese Materie, die bisher vorliegt. Besonders instruktiv ist die Analyse der jüdischen Auswanderer, die in Vorkrief,sansässige und Neueingewanderte geteilt werden. Der Ueberschuß de$r jüdischen Einwanderung von 1920 bis 1930 wird mit 80.300, bei den Nichtjuden ein Ueberschuß der Auswanderung von 8.300 angegeben. Es wäre zu wünschen, daß diese Studie ins Deutsche und Englische übersetzt werde. a. b. Der Untergang des Judentums, von Otto Heller, mit 5 Karten, Verlag für Literatur und Politik, Wien—Berlin 1931, S. 390. — Der Autor will die ^proletarisch-revolutionäre" Auffassung der Judenfrage und ihre „Lösung" durch den Bolschewismus geben. Der erste, theoretische Teil ist für die Zwecke dieser Zeitschrift nicht von Intelreisse. Es ist von vornherein klar, daß ein marxistischer Autor die Ansichten seinies Meisters über die Juden übernimmt, modernisiert durch Zitate von Kautsky, Stalin u. a. Heller nimmt aus der ungemein großen wissenschaftlichen Literatur »das heraus, wac ihm paßt: daß die Juden schon im Altertum ein Hajifdelsvolk gewesen wären, die jüdische Religion einzig und allein sozial bedingt sei („aus deSr Anpassung an die gesellschaftlichen Lebensbedingungen ist die jüdische Religion entsprungen") usw., was alles aus der Grundeinstellung des Autors erklärbar ist, der aber keinerlei neues Beweismaterial her beibringt. Selbstverständlich kommen auch der Zionismus und seine Palästinaarbeit schlecht weg. Der Zionismus ist ein „aussichtsloser Versuch", so urteilt Heller, weil die Judenfrage von der Frage der Ware ige trennt wird. Die Judenfrage ist also eine Frage des Warenhandels. Ruppin wird als Kronzeuge dafür geführt, daß die Führer des Zionismus das Bewußtsein haben, „erledigt und gescheitert" zu sein. Der Bankerott des Zionismus ist endgültig und unwiderruflich (S. 173.) Die jüdischen Kolonisationssklaven in Palästina arbeiten für unbekannte Aktionäre, meist für Melchetts Ejrben. All das ist Parteiagitation, aber nicht objektive Wahrheit. Von größerem Interesse ist für uns die Schilderung der jüdischen Kolonisation in Rußland. Wir sehen die Produktivierung der verelendeten jüdischen Massen in Rußland als eine begrüßenswerte Tat an und haben bereits 1928 (Heft 1/2) eine Schilderung der jüdisch-landwirtschaft-