Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- [Rezension] / Oberhummer, Eugen
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 136 (sequence 1)
- Language
- German
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Karte des Landes Israel (Hebräisch), 1:250.000, von Dr. A. J. Brawer, Tel-Aviv. Herausgegeben vom Keren Kajeineth, Lejsrael, 1931. 4 Blatt je 60:80 cm. — Der Verfasser, LehJrer an einer höheren Schule in Jerusalem, hat seine geographischen Studien an der Universität Wien absolviert und eine Reihe von Arbeiten zur historischen und physischen Geographie von Palästina veröffentlicht. Wir heben davon nur sein umfängliches Buch „Ha'arez", Jerusalem, 1927, 2. Auflage, 1929, als ersten Versuch einer hebräischen Landeskunde von Palästina in modernem Sinn hervor. Auch eine sehr gefällig ausgeführte Karte von Palästina für den Handgebrauch, 1:800.000, mit hebräischer Beschriftung hat Brawer schon 1926 in Wien drucken lassen. Die neue Karte ist zunächst als Wandkarte für Schulen bestimmt. Diesem Zweck kommt die übersichtliche Darstellung der Bodengestaltung sehr zu statten. Diese ist ja in Palästina scharf markiert durch die Depression des Jordantales, das Einbruchbecken Jesreel und die Küstenniederung, über die sich das Hochland von Juda und Galiläa sowie das Ostjordanland kräftig emporheben. Von den Nebenkarten muß der große Plan von Jerusalem, 1:12.500, hervorgehoben werden. Gegenüber den vielfach noch im Umlauf befindlichen Darstellungen aus der Vorkriegszeit erhalten wir hier ein anschauliches Bild» des Wachstums der Stadt über die Mauern hinaus, besonders im Nordwesten^, sowie auch im Süden. Die Karte wird den zahlreichen jüdischen Schulen in Palästina und auch außerhalb, ebenso aber auch für Bürozwecke ein vortreffliches Hilfsmittel sein, das in dieser Form bisher entbehrt wurd)e. Es ist bemerkenswert, daß ein solches im Lande selbst hergestellt werden könnte. Prof. Dr. E. O b e r h u m m e r, Wien. Der Sohar, das heilige Buch der Kabbala. Nach dem Urtext herausgegeben von Ernst Müller. Verlag Dr. Heinrich Glanz, Wien. S. 394 und XL — Eines der merkwürdigsten, geheimnisvollsten und umstrittensten Bücher der jüdischen Literatur erscheint hier zum ersten Male in deutscher Sprache. Ernst Müller, der kongeniale Uebersetzer des Werkes und Deuter seiner Geheimnisse, hat nach jahrzehntelanger Befassung mit der Kabbala die jüdische Mystik in ihrer bedeutsamsten Ausprägung dem deutschen Leserkreise zugänglich gemacht. Es ist keine leichte und bequeme Lektüre, sondern eine solche, die einen bereiten, hingegebenen Sinn verlangt wie kaum eine andere. Wer sich aber ehrlich hineinversenkt, dem wird Beleiirüng und Erhebung in reichem Maße zuteil. Will doch der Sohar den innersten Sinn der Bibel dem Leser erschließen und über die Bibel hinaus den Sinn des Menschentums. Im Zentrum der mystischen Auffassung steht der Mensch mit seinem Ursprung aus geistigen Welten und seinem überirdischen, übersinnlichen Ziel. „Was oben ist, ist auch innrfcen und wais unten, auch oben" lautet einer der tiefsinnigsten Aussprüche der kabbalistischen Lehre. Hinter aller Erfahrung, wie sie sich den niederem Sinnes olrganen darbietet, steht der tiefe göttliche Sinn des Welt- und Mejiechenseins, wie er sich nur den aufgeschlossenen höheren Sinnen des Mystikers offenbart. Die Poesie und Weisheit der Kabbala entstammt altem Urgut der Menschheit; in ihrer besonderen Gestaltung aber, ihrer Begriffs- und Bilderwelt, ihren sprachlichen Beziehungen und ihrer Symbolik ist sie durchaus jüdisch. Neben die rational-.ethische Erlebnisweise