Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1932)
- Article
- Möglichkeiten der Kapitalsanlage in Palästina
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 104 (sequence 5)
- Language
- German
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Baugesellschaft „Binyan", The Credit Cooperative Aschrai, Kupat Am usw. sind hier gleichfalls zu erwähnen:. Auskünfte bei den Banken und den erwähnten Gesellschaften. Wir haben nur ein paar typische Anlagemöglichkeiten erwähnt, es könnten noch viele andere angegeben werden, welche den Juden außerhalb Palästinas eine gute und sichere Kapitalsverwertung liefern können. (Anmerkung der Reflaktion. \Ein zentrales Auskunftsbüro wurde soeben unter Beteiligung der Jewish Agency und der Anglo Palestine Bank errichtet unter dem Namen: Wirtschaftlicher Informationsdienst des Palestine and Egypt Lloyd, Jerusalem POB 307.) Absatzpropaganda und Exportförderung nach Palästina und dem mittleren Orient. Von Julius Berger, Jerusalem. Im vorigen Sommer tauchte plötzlich in einigen Geschäften Palästinas Haushaltporzellan einer der bekanntesten deutschen Qualitätsmarken auf. Alsbald! begann eine Wanderung der „europäischen" Frauen in jene Geschäfte, deren Inhaber nicht wenig erstaunt waren, als ihnen das irgendwo aus einem Ramsch erstandene Porzellan, das sie seiner glatten Form und seines reinweißen Dekors wegen für etwas minderwertiges gehalten hatten, gerade von der „feinen" Kundschaft aus der Hand gerissen wurde, an die sie ihre schönen goldgeränderten und buntgeblümten Tassen und Teller nie hatten los werden können. Allmählich hat sich gerade dieses Porzellan im ganzen Lande verbreitet, und auch die vornehmen Arabarinnen schauen bei ihren Geschirreinkäufen auf jenes merkwürdige Zeichen auf der Rückseite, von dem ihnen* ihre europäischen Schwestern versichern, daß es das Mal besoiiiderer Eleganz sei. Als ich die Geschichte dem Geschäftsführer der Fabrik erzählte, und ihm klar machen wollte, daß er mit einem geringen Teil derselben Propaganda, die er für den Absatz seiner Marke in der großen Welt betreibt, sidh auch einen großen Käuferkreis im Orient erwerben könne, bestritt er das: Der Orient habe einem schlechten Geschmack, er verlange keine Qualitätsware. Mein Hinweis auf die orientalischen Teppiche, auf die Stickereien der Bagdader, Idie; Filigranarbeiten der jemenitischen Juden, die geschmackvolle Farbenfreudigkeit der bucharischen Gewänder, stimmte ihn. zwar nachdenklich, aber: „Warum verlangen Ihre Kaufleute nicht unsere Marke? Sie kaufen ja doch immer nur den Abfall der Leipziger Messe". In der Tat hat der ausländische Fabrikant und Exporteur, der immer wieder ''denselben Schund in den Orient liefert, ein starkes Argument für sich: der Wiederverkäufer, nicht zum wenigsten der palästinensische, verlangt gerade diesen, will nidhts anderes. Aber es ist noch gar nicht so lange her, daß auch der europäische oder amerikanische Konsument und nicht weniger der Detaillist genau denselben Schund an Qualität und Geschmack forderte und verkaufte, der in den Kultlirländern inzwischen out of date geworden ist, und in Palästina noch den Stanidard der angebotenen Wane bestimmt. (Uebrigens keineswegs nur in Palästina allein.) Es war aber auch in Europa nicht der Kunde, der anfing, bessere und schönere Ware zu verlangen. Es waren im