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Palästina · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 33

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Drei Zählungen
Date
1932-01-01
Page
Seite 33 (sequence 9)
Language
German
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aller jüdischen Gewerbearbeiter in den letzten Produktionsstufen, besonders als Schneider, Hutinaeher usw., also viel mdhr in der Urproduktion entfrenn «Jeten oder in besonders schlecht bezahlten Berufen beschäftigt sind, in Palä-* stina dagegen nur 20.7 Prozent. Umgekehrt in den ersten Produktionsstadien (Metall-, Holz-, Bau-, Steiiigewerbe, chemische und Elektrizitätsindustrie) sind in Polen nur 12,6 Prozent, in der Ukraine 23,5 Prozent, in Palästina hingegen 56 Prozent der jüdischen Arbeiter beschäftigt Es gibt wohl kein schlagenderes Zeugnis für die Bedeutung des Umschichtungsprozesses der Juden durch die Konzentrierung in Palästina als diese Ziffern. Erwähnenswert ist weiterhin, daß gegenüber 1921 die Zahl der jüdischen landwirtschaftlichen Lohnarbeiter in Palästina von 11,1 Prozent auf 21,5 Prozent gestiegen ist. Die berufliche Struktur der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas ist heute der der nichtjüdischen Polens viel ähnlicher a.ls der der jüdischen, und zwar fast in allen Berufen, ein Zeichen für den sozialen Gesundungsprozeß und das Eindringen der Juden in die Urproduktion und die ihr angenäherten Berufe. Eine im Jahre 1926 durchgeführte Untersuchung der beruflichen Gliederung der Ein* wanderer vor und nach der Uebersiedlung, zeigte, daß vor der Uebersiedlung nur 28,8 Prozent in Landwirtschaft, Industrie und Handwerk beschäftigt waren, nach der Uebersiedlung dagegen 67,6 Prozent; 38,8 Prozent waren zu produktiver Arbeit neu übergegangen! Die Tabellen 69—72 enthalten ausführliche Angaben über Lohn- und Arbeitszeit der jüdischen Arbeiter, die wir hier nicht zur Darstellung bringen können) (es sei nur erwähnt, daß 66,8 Prozent aller Arbeiter 8 Stunden und weniger arbeiten; in Landwirtschaft, Industrie und Baugewerbe sogar 75 bis 80 Prozent); die Tabellen 73—74 bringen einige Angaben über die Wohnungsverhältnisse; die Ergebnisse in dieser Hinsicht sind wenig erfreulich. Es ergibt sichl, daß 3988 Arbeiter (unverheiratete und Familienväter) in Baracken und 583 in Zelten wohnen; von 23.830 Arbeitern insgesamt wohnen bei 1838 — 5 un4 mehr, bei 2170 — 4, bei 5374 — 3, bei 5792 — 2 Seelen, bei 4116 — 1.5 bis 1 und weniger Seelen in einem Zimmer. Für 4492 fehlen die Angaben. Diese Ergebgebnisse sind ziemlich erschreckend, wobei aber in Betracht gezogen werden! muß, daß das warme Klima die Wohnungsbedingungen erleichtert und das die meist vorhandene offene Veranda in dar Zählung nicht als Zimmer gerechnet wurde, obwohl sie sehr oft ein Zimmer ersetzt. Trotzdem bleibt auf dem Gebiet noch recht viel zu bessern. 36 der Lohnarbeiter geben 5 bis 9 Prozent ihres Lohnes für Miete aus, 24 Prozent 10 bis 14 Prozent und 26 Prozent 15 bis 24 Prozent (der Rest teils weniger, teils mehr); fü«r die Angestellten sind die Zahlen 15, 23 und 40,5 Prozent (der Rest gibt größtenteils mehr aus). Die Tabelle 75 zeigt, daß in den fünf größten Kolonien des Landes bei der Bearbeitung der Orangengärten zur Hauptsaison nur 47 Prozent jüdische Arbeiter, dagegen 53 Prozent arabische, davon 12 Prozent festangestellte, beschäftigt sind. Nur 24 Prozent aller Orangengärten werden durch rein jüdische Arbeit bestellt. Die Tabelle 77 bietet hierzu das Gegenstück: Im Juni 1930 beschäftigte die Regierung bei öffentlichen Arbeiten 1210 arabische und 70 jüdische Arbeiter. Fügt man hinzu, daß jüdische Arbeiter von Arabern so gut wie überhaupt nicht beschäftigt werden, so erübrigt es sich wohl, noch weitere Details zu geben, um den Wunsch der jüdischen Arbeiter, wenigstens in den rein jüdischen Siedlungen hundertprozentig Arbeit zu finden, begreiflich zu machen.

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