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Palästina · 1932-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1932) · p. Seite 15

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Journal
Palästina
Volume
15 (1932)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1932)
Article
Zur Agrarfrage in Palästina
Date
1932-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Änderungen in der Landverteilung, der Akkumulation des Großgrundbesitzes und der Proletarisierung. Besteuerung. Die Steuerlast ist außerordentlich' schwer. Die Johnson-Crosbie-Kommission stellt fest, daß der Fellache 34 Prozent des Zinswertes seines Besitzes und 19 Prozent des Nebeneinkommens (nur für Zehnten und Viehsteuer) zahlt. Demgegenüber wird behauptet, daß der Anteil der Xandwirtschaftssteuern an den Regierungseinnahmen sich beträchtlich verringerte. Die Lage des Fellachen wird durch diese Äenderung in dem Regierungsbudget nicht gebessert, da diese nicht durch Erleichterung der landwirtschaftlichen Steuern, sondern durch Vergrößerung anderer Einnahmen der Regierung (höhere Zolleinnahmen dank vergrößertem Import) zustande kam. Die 1931 erfolgte Perabsetzung des Zehnten auf die Hälfte wird durch den Preisfall kompensiert. Dem Fellachen ist der relative Anteil der landwirtschaftlichen Steuern an den Regierungseinnahmen recht gleichgültig und er ist nur an dem Verhältnis der Steuerlast, die er zu tragen hat3 zu seinem Einkommen interessiert. III. Die letzte Wendung in der Welt-Landwirtschaft hat die Lage des palästinensischen Landwirtes ausschlaggebend beeinflußt. Der Prozeß der Mechanisierung der Landwirtschaft der durch die Einführung des Combine und die Erweiterung der Traktoranwendung beschleunigt wurde, zog in der Landwirtschaft radikale Aenderungen nach sich, ähnlich denen, die die industrielle Produktion im 19. Jahrhundert revolutionisierten. Die Entwicklung ist dank den vervollkommneten Transport- und Kommunikationsmitteln viel schneller und weitgehender als damals. Der palästinensische Fellache ist im Konkurrenzkampfe mit dem Landwirt Australiens oder Kanadas in derselben Lage wie der Handwerker im Konkurrenzkampfe mit einer Textilf abrik. Dies gilt selbstverständlich nur auf dem Gebiete der Produktion, mit dem wesentlichen Unterschied auf dem Gebiete des Konsums, daß nur ein kleiner Teil der Produkte der Fellachenwirtschaft auf den Markt gebracht und der größte Teil in seinem Haushalte verbraucht wird. Das Tempo der Verbreitung der neuen mechanischen Arbeitsmittel wird durch folgende Zahlen illustriert.18) 18) International Labour Review. March 1931. More Medianisation in Farming. pp. 332.

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