Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 15 (1932)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1932)
- Article
- Zur Agrarfrage in Palästina
- Date
- 1932-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2379786-2379900-2379902-2394640--13043-2394771- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
werten Lage ist der Mangel .tan Boden, der die Entstehung von Zwergbetrieben und eines großen Prozentsatzes landloser Landwirtschaftsarbeiter zur Folge hat. Diese Probleme können nur nach sorgfältiger Prüfung der landwirtschaftlichen Lage in der Gruppe der Länder, zu der Palästina gehört, d. h. dem Block des Nahen Ostens an den Ufern des Mittelraeeres analysiert werden. Allenfalls weisen Syrien, Aegypten und Palästina, was die Lebensbedingungen und wirtschaftliche Lage der Fellachenklasse anbetrifft, größte Aehnlichkeit auf. Syrien und Palästina bilden geographisch und wirtschaftlich eine Einheit mit gewissen Modifikationen in Palästina, die durch die jüdische Kolonisation verursacht werden. Technisch sind die Methoden der Bodenbearbeitung fast identisch. Aegypten weicht in den technischen Bedingungen als ein Land des Baumwollanbaues ab, ist aber von besonderem Interesse als das erste der drei Länder, das vom modernen Kapitalismus durchdrungen wurde. In dieser Beziehung hat das Naehkriegs-Palästina vieles mit einer längeren und noch nicht abgeschlossenen Periode in Aegypten gemeinsam, die jedoch dort noch vor dem Weltkriege begann. Die Analogie zu Syrien tritt daher stärker auf dem Gebiete der natürlichen und rein landwirtschaftlichen Bedingungen in Erscheinung, jene zu Aegypten dagegen auf dem Gebiete des Kapitalimports und seiner Rückwirkungen auf die Landwirtschaft. I. Wir lesen im Johnson-Crosbie-Report2), daß in 104 Dörfern mit 6940 landlosen landwirtschaftliehen Arbeitern nicht weniger als 78.255 Dunams anbaufähigen Bodens brach liegen. Ferner gehören 245.275 Dunams abwesenden Großgrundbesitzern, und 126.522 Dunams werden von anderen Dörfern gepachtet (die also offensichtlich einen Bodenüberschuß besitzen). 3873 Bauern besitzen jeder 240 Dunams und 1604 Fellachen jeder 120 bis 240 Dunams. Diese Bodenverteilung macht eine beträchtliche Zahl landloser landwirtschaftlicher Arbeiter erforderlich. In dem Bericht der Johnson Crosbie-Commission (Tabelle XXVI) ist in dem Ausgabenbudget einer Wirtschaftseinheit von 100 Dunams die Position „Lohnarbeit" enthalten. Es ist klar, daß größere Einheiten bei den 2) Government of Palestine. Report o£ a Committee on the Economic Coa~ dition of Agriculturists in Palestine and the Fiscal Measures of Government in Palestine thereto. 1930.