Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Article
- Die Citruspflanzungen [Nachricht]
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 428 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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428 LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. Die Citruspflanzungen. „Boustnai", vom 2. September, schreibt über die Citrus-Abteilung der Jüdischen Farmergesellschaft, die im Frühsommer dieses Jahres eingerichtet wurde. Die Initiative der Citruszüchter zu diesem ersten Schritt auf dem Wege einer Organisation der Industrie wurde durch das Auftreten einer neuen Citruskrankheit und ganz besonders durch die außerordentlich niedrigen Orangenpreise, die Ende Dezember und Anfang Jänner letzten Jahres erzielt wurden, wachgerufen. Diese Abteilung beabsichtigt, sich hauptsächlich für eine wissenschaftliche Unterstützung der Citruszüchter und Einrichtung einer Propaganda für die, palästinensischen Früchte einzusetzen. Die wissenschaftliche Arbeit wird von der landwirtschaftlichen Versuchsstation der Jewish Agency ausgeführt und unter Mitarbeit und Beratung seitens einer besonderen wissenschaftlichen Kommission der Abteilung, die aus Sachverständigen der Versuchsstation, erfahrenen Züchtern, Sachverständigen der PICA und des Instituts Mikwe Israel sowie erfahrener Agronomen erfolgt. Die Arbeit ist bereits eingeleitet worden durch das Studium der Phyloxera und der neuen Krankheit, und bald soll das Problem einer vereinigten Bekämpfung der Obstfliege aufgenommen werden. Eine besondere Kommission wird alles erreichbare Material über die Erfahrung der Züchter im ganzen Lande sammeln und auf Grund derselben ein „Handbuch der Citruspflanzer" herausgegeben. Prof. Hodgson1), eine kalifornische Autorität für Orangenbau, ist aufgefordert worden, bei der Zusammenstellung des Materials zu helfen. Der Orangenbau in Palästina, sagt der Verfasser jenes Aufsatzes, steht jetzt am Scheidewege, 110.000 Dunam sind jetzt mit Citrusbäumen bepflanzt. Im vorigen Jahre wurden 2,500.000 Kisten Orangen exportiert. In höchstens 10 Jahren wird der Export auf 10 Millionen Kisten gestiegen sein. Alles jüdische und arabische Land, das sich für Citruspflanzungen eignet, wird dann mit Obstgärten bedeckt sein. Die Zukunft mag Untergang oder Wohlstand bringen. Letzteres kann nur dadurch erzielt werden, daß die Experten unter einem gemeinsamen Syndikat zusammengefaßt werden, ferner durch Verbesserung und Verbilligung der Methoden für Züchtung, Packen, Transport und Reklame, sowie durch die gleichzeitige Bekämpfung der Krankheiten. Zur Zeit besteht in der ganzen Welt eine Depression und ein Preisrückgang, aber rationelle Methoden können alle Schwierigkeiten überwinden.. Prof Hodgson über die Citrusindustrie. Nach längerem Studium in Palästina gab Prof. Hodgson, von der Universität in Kalifornien, am 24. September, in Tel-Aviv, vor einer Versammlung von Interessenten ein kurzes Resume seiner Ansichten. Er führte aus, daß ihm scheine, daß die Pflanzer das Wachstum der Frucht zu sehr forcieren, zu viel bewässern und düngen und den Windschutz zu wenig beachten. Die Kosten könnten herabgesetzt und dabei noch bessere Resultate erzieflt werden. Vorher hatte Prof. Hodgson schon in kleinerem Kreise über die» besten Verkaufsmethoden gesprochen. Einem Artikel im „Boustnai" entnehmen wir, daß H. ausführte, in Palästina hätte der Orangenbau bessere natürliche Bedingungen als anderswo, aber nur durch peinliche Sortenwahl, Lieferung erstklassiger Früchte, Organi- J) Er hat bereits seine Untersuchungen beendet und Vorschläge gemacht. Siehe nächste Notiz. — Die Red.