Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Article
- Pensionierung Norbert Bentwich´s [Nachricht]
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 420 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Im Unterhaus gab Minister Thomas auf eine Anfrage über die vorzeitige Pensionierung von Bentwich zu, daß diese „infolge der besonderen rassischen und politischen Verhältnisse in Palästina" erfolgte, das heißt mit anderen Worten, weil B. ein Jude ist. Der Fall hat in der zionistischen Oeffentlichkeit große Entrüstung ausgelöst. Die „Jüd. Rundschau" weist in ihrer Nummer 75 darauf hin, daß anscheinend ein britischer Jude in allen Teilen des Reiches die höchsten Stellen bekleiden kann, nur nicht im Jüdischen Nationalheim. Die zionistische Exekutive wird den Fall zum Gegenstand politischer Vorstellungen machen. Es verlautet, daß die hebräische Universität Bentwich auf den von einem PJiilantropen gestifteten Weizmann-Lehrstuhl für internationalen Frieden berufen will. Noneooperation der Araber? Der Ende September in Nablus abgehaltene arabische Kongreß, auf dem nur 250 von 750 Delegierten, und zwar bloß die Anhänger des Mufti vertreten waren, beschloß, jede Zusammenarbeit mit der Regierung so lange zu verweigern, als nicht dem Lande eine absolute Unabhängigkeit gewährt werde. Ferner wurde beschlossen, alle importierten Waren, die nicht aus arabischen Ländern stammen, zu boykottieren. Eine weitere Resolution sprach aus, daß eine Verständigung mit den Zionisten so lange nicht möglich sei, als diese auf ihren Grundsätzen und Zielen, beharrten. Kurz nach dem Kongreß gründete die Opposition unter Führung der Nashashibi die Arabische Nationalpartei, welche unter bestimmten Bedingungen für die Cooperation mit England eintritt. Die Araber und der Landentwicklungsplan. Wir haben schon mitgeteilt, daß die arabische Exekutive beschloß, keinen Vertreter als Berater Direktor French's zu ernennen. Die arabischen Blätter („AI Jamia", „AI Carmel", „Feiestin" u. a.) bemühen sich, die Tatsache, daß sich bei diesem nur sehr wenig Araber als „landlos" geworden durch jüdische Bodenkäufe meldeten, indes der Simpson- Bericht von vielen Tausenden sprach, zu vertuschen. Sie sagen, die betreffenden Fellachen hätten inzwischen anderwärts Beschäftigung gefunden, oder sie schämten sich, als bedürftig zu erscheinen. „Feiestin" bekämpft die Idee, daß den Arabern geholfen werden solle, den Boden intensiver zu bebauen, damit Land für jüdische Ansiedlung frei werde. „AI Carmel" läßt durchblicken, daß trotz Ablehnung der Mitarbeit, die arabische Exekutive bereit sei, das Gute aus dem Plan zu nehmen. Inzwischen ist die Anmeldung reger geworden. Die neugegründete gemäßigte „Arabische Nationalpartei" (siehe oben) ist für Mitarbeit beim Landentwicklungsplan. Verurteilungen. Zwei arabische Agitatoren, die in der Versammlung zu Nablus die Araber aufgereizt hatten, wurden zu Geldstrafen verurteilt. Verschiedene Nachrichten. Der Stadt Hebron war für die Massacres im Jahre 1929 eine Kollektivstrafe von 14.000 Pfund auferlegt worden. Die Regierung hat verfügt, daß mit der Zahlung begonnen werden soll. Mr. Campbell, früher Gouverneur des Süddistriktes, wurde zum Gouverneur von Jerusalem ernannt. In Jerusalem wurde eine Druckerei ausgehoben, die kommunistische Literatur in hebräischer und arabischer Sprache druckte.