Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Article
- Der Hafen von Haifa
- Date
- 1931-10-01
- Page
- Seite 412 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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weil so vom Karmel der beste Schutz gegen südliche Winde erreicht werden konnte. Die Maße des Hafens (wie schon in Nr. 4/5, Jahr 1929 mitgeteilt) sind die folgenden: Die beiden Dämme werden eine Wasserfläche von zirka 122 Hektar umfassen. Der Hafeneingang auf der Nordseite zwischen den beiden Dämmen wird 250 Meter breit sein. Die Tiefe wird im Nojrden 9.4, im Nordwesten 11.3 Meter betragen. Die Tief Wasserfläche wird 39 Hektar umfassen. Schiffe bis 9.4 Meter Tiefgang werden einfahren können. Der Hauptdamm erhebt sich 18.7 Meter über dem Meeresniveau und wird 2400 Meter lang sein. Bis Ende Juli 1931 waren 1700 Meter fertig. Der kleinere Querdamm wird 800 Meter lang sein und als Verlängerung der Eisenbahn dienen. Rundschau JEWISH AGENCY. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin. Nur wenige Wochen nach dem Zionistenkongreß hat sich das politische Bild Europas weiter umdüstert. England, die Mandatarmacht Palästinas, ist selbst in die große Weltfinanzkrise hineingezogen worden. Die Lösung der englischen Währung vom Goldstandard und das Sinken des englischen Pfundes hat für die ganze Welt weittragende Folgen, am unmittelbarsten aber für die Länder, die dem 'Organismus des englischen Weltreiches eingeordnet sind. Mag auch; in wirtschaftlicher Beziehung das Sinken der englischen Valuta eine gewisse Belebung zur Folge haben, so ist doch der politische Schaden, der durch diesen Schritt gestiftet wurde, groß genug, da die Macht Englands zum großen Teil auf dem Vertrauen beruhte, das man in seine Stabilität und seine Währung setzte. Es wäre verfrüht, heute irgendwelche Prognosen über den endlichen Ausgang des begonnenen Prozesses in wirtschaftlicher oder politischer Beziehung anstellen zu wollen. Es ist bis heute nicht einmal ganz klar, was die englische Regierung selbst, die sich nunmehr nach den Wahlen als Nationale Regierung konstituiert hat, zu tun beabsichtigt. Jedenfalls haben wir eine Zeit ständiger Schwankungen und dauernden Wechsels der Situationen hinter uns, und in einer solchen Zeit war es naturgemäß nicht möglich, der Palästinafrage jenen Raum in den politischen Uebcrlegungen zu verschaffen, den sie vom jüdischen Standpunkt aus gesehen haben müßte, um eine entsprechende praktische Behandlung zu finden. Die politische Vertretung der Jewish Agency in London mußte sich damit begnügen, von Fall zu Fall die laufenden Angelegenheiten mit den zuständigen englischen Beamten zu erörtern. Obwohl also die erste englische Nationalregierung ihrer personellen Zusammensetzung nach als günstig für die jüdische Palästina-Sache betrachtet werden konnte, bestand doch keine Möglichkeit, konkrete Maßnahmen in bezug auf Palästina zu erwirken. Die einzige konkrete Folge des Regierungswechsels war das (Fallenlassen des Gesetzes betreffend das Verbot von Bodentransaktionen, das von Lord Passfield besonders forciert worden war. Die Vertreter der Jewish