Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1931)
- Date
- 1931-10-01
- Page
- 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄ S TI NA ZEITSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XIV. Jahrg. Oktober-November 1931 Nr. 10—11 Die Aussichten der Erbauung der Bahn Haifa—Bagdad. Von Dipl. Ing. M. Hecker, Jerusalem. Vor kaum mehr als Jahresfrist ist ein Projekt von weittragender Bedeutung einer breiteren Oeffentlichkeit bekannt geworden: der Plan einer Eisenbahn-} Verbindung, die, von Haifa ausgehend, Mesopotamien mit dem Mittelländischen Meer verbinden soll. Mit ungewöhnlicher Schnelligkeit ist dieses Projekt aus dem Bereich theoretischer Erwägungen und Diskussionen in das erste Stadium praktischer Behandlung eingetreten. Die britische Regierung hat durch Gewährung einer Anleihe die Möglichkeit gegeben, sofort an die für die Projektbehandlung notwendigen Vorarbeiten und Vermessungen heranzugehen. Die mit ihnen betraute „Haifa Bagdad Railway Survey Party" arbeitet mit großer Energie an ihrer Aufgabe und dürfte ihr Werk in kurzer Zeit zum Abschluß bringen. Begreiflicherweise findet das geplante Vorhaben einen besonders lebhaften Widerhall im vorderen Orient und in erster Linie in jenen Ländern, in denen die Bahn ihre beiderseitigen Ausgänge finden soll: Mesopotamien und Palästina. Jenes Land hat sich in seinen Erwartungen eines raschen, durchgreifenden wirtschaftlichen Aufstiegs enttäuscht gesehen und ist daher um so geneigter, von der Realisierung des Bahnunternehmens eine außerordentliche? Förderung seines Verkehrs und einen starken Aufschwung seines Handels zu erwarten. In Palästina sind es wiederum vor allem jüdische Kreise, die an die Verwirklichung der Haifa—Bagdad-Bahn ausschweifende Hoffnungen knüpfen. Unter den Schlagworten, durch die sich unsere Phantasie gern beflügeln läßt, hat ohnehin dasjenige von der Zukunftsbedeutung Palästinas als Weltverkehrszentrum von jeher eine besondere Rolle gespielt. Die Enge der tatsächlichen Verhältnisse und der lastende Druck der herrschenden Depression wirken mit, unsere Wunsch träume aufs lebhafteste anzuregen. Was die unbefriedigende Gegenwart versagt, erwartet man von den unbegrenzten Perspektiven einer besseren Zukunft. Somit tritt zu dem bedeutenden objektiven Interesse, das Palästina an jenes Bahnproblem bindet, noch ein wichtiges subjektives Moment hinzu, die beide