Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- [Rezension] / ad. bm.
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 371 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379897--12701-2394100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
stinas als Erwiderung zu den Behauptungen der Shaw-Kommission und des Simpsonberichtes. Der Autor bezieht in seine Betrachtungen auch das Ostjordanland bis zur Hedschasbahn ein und findet in West- und Ostpalästina zusammen eine Bevölkerung von 1 Million auf zirka 33.300 Quadratkilometer, oder 30 Seelen pro Quadratkilometer. Diese Einbeziehung Transjordaniens mit seinen 40.000 Quadratkilometern und bloß zirka 300.000 Einwohnern verbessert allerdings das Bild der Lage sehr wesentlich, und wenn auch K. sagt, das» Mandat verbürgt den Juden die Kolonisationsbetätigung in Transjordanien, so ist praktisch noch lange Zeit mit einer solchen nicht zu rechnen. In bezug auf Westpalästina nimmt K. die Ziffern Strahorns über die anbaufähige Fläche der Ebenen zur Grundlage (6.4 Millionen Dunam) und für die Hügel 5 Millionen Dunam, was den Berechnungen der Experten der J. A. und der von Weiz („Palästina" 5/6, Seite 187) entspricht. Als Durchschnittsfläche für eine Familie nimmt er nach Oppenheimer und den Erfahrungen in Europa (worüber K. einige interessante Daten gibt) 50 Dunam an. Infolge der Einbeziehung Transjordaniens kommt K. zu einer möglichen landwirtschaftlichen Besiedlung Palästinas von 428.000 Familien, das sind 2,140.000 Seelen, das Dreifache der heutigen Zahl. Schaltet man aus seinen Berechnungen Transjordanien aus, so bleiben 11.42 Millionen Dunam, was bei der 50 Dunam-Norm 228.000 Familien (1,140.000 Seelen) ergäbe. Dies ist bedeutend mehr als Granovsky errechnete (156.012 Familien, vgl. „Palästina" 1/2, Seite 14), der allerdings nicht mit einer Durchschnittsbetriebsgröße rechnete, sondern individualisierte und von der heute bestehenden Verhältnissen ausging. Uebrigens schaltet auch K. eine Berechnung auf Grund der bereits heute erreichbaren Betriebsintensität ein (Tabelle D), bei der er zum Schluß komimfy daß eine Verdoppelung deirlandwirtschaftlichen Bevölkerung das nächste Ziel sein könnte. K. legt aber Gewicht auf die Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft durch Verdichtung der Bevölkerung. Dies gilt auch für das Verhältnis Land zu Stadt, wo K. statt der 40 Prozent Stadtbevölkerung von heute ein Fortschreiten auf 50 Prozent (was dann 4 Millionen Gesamtbevölkerung auf beiden Seiten des Jordans ergäbe) und mehr, nach Analogie anderer Länder ins Auge faßt. Ein zweiter Abschnitt analysiert genauer den Simpson-Bericht und bringt eine Reihe neuer kritischer Gesichtspunkte, insbesondere über die Schätzung der Anbauflächen im Bergland und den Bodenbedarf der Fellachen. Er zeigt auch, daß das Landproletariat in Palästina prozentuell viel geringer ist als in den« kultiviertesten europäischen Staaten. Dieser Teil ist sehr instruktiv und bietet auch dem Kenner der Literatur viel Neues. Die Broschüre Kaplanskys ist in einem sozialistischen Verlag erschienen und wendet sich an die sozialistische Organisation. Zweifellos wäre eine englische Uebersetzung von Nutzen. ad. bm. Der Keren KajemetJh Lejsrael (Jüdischer Nationalfonds), von Adolf Böhm, mit zahlreichen Abbildungen und Diagrammen. Herausgegeben vom KKL., Jerusalem 1931, 199 Seiten. — Seit Erscheinen der dritten Auflage dieser, zuerst 1910 erschienen Schrift (1923) hat sich die große Tätigkeit des KKL. in Palästina abgespielt. Es war daher eine völlig neue Bearbeitung nötig. Die Broschüre enthält das Wesentlichste über die Prinzipien, die Tätigkeit, Organisation, Sammelarbeit usw. des KKL. in Palästina. Das Hauptbüro hat zahlreiche Bildtafeln und Diagramme beigegeben.