Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 370 (sequence 2)
- Language
- German
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gegenüber galt für sie das Streben nach dem größtmöglichen Gewinn als leitendes Prinzip", ist in seiner Allgemeinheit nicht aufrechtzuerhalten. Es würde hier zu weit führen, in die Widerlegung im einzelnen einzugehen, aber es ist zu bedauern, daß Prof. Brentano hier kritiklos eine zumindest diskutable These übernommen hat, ohne die Gegenargumente zu erwähnen. Von ganz besonderem Interesse ist an dieser historischen Darstellung für den zeitgenössischen Beobachter, welch ungeheure Bedeutung bereits in der Antike die Agglomeration des Grundbesitzes durch städtische Wucherer und Großgrundbesitzer auf dem Lande gehabt hat. Diese Erscheinung mit ihren außerordentlichen Folgen für das wirtschaftliche und politische Schicksal aller Mittelmeerländer hat Brentano überzeugend herausgearbeitet. Zweifellos ist hier auch eine der Linien gegeben, die die Wirtschaftsgeschichte der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit verbinden. Ihre Aufhellung wird das Verständnis der sozialen und allgemeinhistorischen Entwicklung der Mittelmeerkulturen in weitem Maße fördern können. Dr. A. Bonne, Jerusalem. Palästinographie, im Rahmen der allgemeinen Geographie, mit 14 kleinen und 1 großen Palästinakarte (Polnisch), von Prof. J. Färb, Verlag der Buchhandlung I. Madfes, Lwow, 1931. Herausgegeben von der Zion. Exekutive in Lwow. Seiten 176 -j- VII. — Das Buch, von der Herausgeberin zu populärwissenschaftlichen Zwecken ediert, ist zwar umfassend und erschöpfend, enthält aber viel Publizistik. Es beschreibt zwar Palästina, liefert ein Stück Palästinakunde, ist aber keinesfalls wissenschaftlich im strengeren Sinne des Wortes. Ein solches Buch kann man im Galuth nicht schreiben, es kann nur in Palästina entstehen, was außerhalb Palästinas geschrieben wird, trägt Landescharakter und dient einem speziellen Zwecke. So> ist auch das vorliegende Buch bestimmt, der Jugend, insbesondere der zionistischen, als Nachschlage- und Unterrichtsbuch zu dienen. Es hat ferner zur Aufgabe, die Palästinaunkundigen und auch andere Leser in die Palästinakunde einzuführen, entspricht diesem Zweck und füllt daher eine beträchtliche Lücke. Die Behandlung der Palästinographie in dem Rahmen der allgemeinen Geographie, also in der Geophysik, der Anthropogeographie und dergl. ist zweckmäßig. Jedoch dient die Bedachtnahme auf die geopolitische Stellung Palästinas, im Rahmen des Mandats, mehr Propagandazwecken, als einer wissenschaftlichen Stellungnahme zu diesem Problem. Ferner ist die Einführung der Betrachtung Palästinas in den Rahmen Transjordaniens für die allgemeine Darstellung von Wert. Die Ausstattung ist mangelhaft, die Karten sind nicht plastisch, auch nicht die einzige größere Karte des ganzen Lajn'des. Didaktischen Wert haben die vielen statistischen Tabellen und als Illustration zu manchen Ausführungen dienen vortrefflich die 14 kleinen Karten. Eine Aufstellung der jüdischen Kolonien führt uns den jüdischen Besitzstand vor und ein Kapitel über die Araber erlaubt ums, in 'ihr Leben und Treiben einzudringen. Prof. Dr. Sam. Stendig, Krakau. Realitäten und Möglichkeiten Palästinas, von Solomon Kaplansky, mit Einführung von Prof. Franz Oppenheimer. E. Laubsche Verlagsbuchhandlung G. m. b. H., Berlin 1931, 63 Seiten. — Nach dem Buche Granovskys, dem Memorandum von Dr. Ruppin, jenem des Wj. Li und verschiedenen anderen Veröffentlichungen, gibt auch Ing. Kaplansky, der lange Zeit dem Department für Kolonisation vorstand, eine Untersuchung der Ansiedlungskapazität Falä-