Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1931)
- Article
- [Rezension] / M. S.
- Date
- 1931-07-01
- Page
- Seite 369 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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BESPRECHUNGEN. 359 Le maudat sur la Palestine, von Abraham Baumkoller. Paris, Rousseau et Cie., 1931, 254 Seiten. — Dieses Buch füllt in der nun schon recht reichen Literatur über das völkerrechtliche Mandat insofern eine Lücke aus^ als es bisher in französischer Sprache eine Arbeit über das Palästina-Mandat nicht gab. Das war bedauerlich, denn gerade unter den französischen Politikern und Intellektuellen zählt der Zionismus viele warme Freunde, denen keine wissenschaftliche Publikation über die Probleme des Zionismus und des Palästinaaufbaues in ihrer Muttersprache vorgelegt werden konnte. Dem Uebelstand ist durch Baumkollers instruktive Arbeit nun abgeholfen. Es liegt in der Natur der Sache, daß es heute über die grundlegenden Fragen des Mandats nichts wesentlich Neues mehr zu sagen gibt, doch empfiehlt sich die vorliegende Monographie durch1 klare, systematische Gliederung und Behandlung des Stoffes. Der Besprechung der juristischen Grundlage sowie der Entwicklung der nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina ist ein breiter Raum zu* gewiesen, wobei auch das kürzlich (1930) erschienene Passfieldsche Weißbuch eingehend erörtert wird. Dr. M. S. Graz. Das Wirtschaftsleben der antiken Welt, von Prof. Dr. Lujo Brentano. Verlag Gustav Fischer, Jena, 1929, Brosen. Mk. 10.—, geb. Mk. 11.50, 242 S. — Der Altmeister der deutschen ökonomischen Forschung gibt in diesem Buche einen gedrängten Ueberblick über die wirtschaftlichen Lebensverhältnisse in der Antike. Er behandelt darin die Entwicklung der Volkswirtschaft in Altägyten, bei den Assyorern, Babylomiern und den Phöraikern, ferner die altjüdischen Wirtschaftsverhältnisse sowie die wirtschaftliche Entwicklung bei den südeuropäischen Völkern der Antike, das heißt den Griechen im Römischen Imperium und im alten Byzanz. Es ist klar, daß dieses umfassende Thema auf den knapp 250 Seiten des Buches nicht annähernd erschöpft werden kann. Der Verfasser will auch nicht beanspruchen, eine solche erschöpfende Darstellung zu geben, sondern nur dem, der diese Fragen studiert, die Arbeit erleichtern, wie er selbst sagt. Mit dieser Begrenzung weist das Buch alle Vorzüge Brentanoscher Darstellungskunst auf. Es ist klar und flüssig geschrieben, arbeitet die Grundzüge in der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Völker gut heraus und vermittelt einen instruktiven Einblick in dieses bisher unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch wenig erforschte Gebiet. Natürlich wird der, der an Einzelproblemen tiefer interessiert ist, sich oft nicht befriedigt fühlen und zu den Quellwerken greifen müssen, von denen Brentano, neben den Autoren der Antike, vor allem Eduard Meyer, Mommsen, Beloeh, weitgehend zugrunde legt. Aber der anregende Wert seiner Schrift, die nicht mehr sein kann als eine übersichtliche Orientierung, wird dadurch nicht vermindert. Bedenken ruft die von Brentano häufig gebrauchte Anwendung des Begriffes „kapitalistischer Geist" hervor. Ein Hinweis auf die Problematik dieses Begriffes und die im Zusammenhang damit entstandene große Kontroverse in der Fachliteratur wird hier vermißt. Auch in der Darstellung über die altjüdischen Wirtschaftsverhältnisse sind manche Sätze angreifbar. Die Uebernahme der These Ed. Meyers für die Begründung des antiken Judenhasses unterliegt der gleichen Kritik, wie sie an den entsprechenden Ausführunigen Ed; Meyers von sachkundiger Seite geübt wurde. Der Satz „Und dem Fremden