Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- [Rezension] / ad. bm.
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 247 (sequence 2)
- Language
- German
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geboren), jede aktive Tätigkeit in der Organisation ablehnt. De Ha-as, der zu {seinem engeren Kreis gehört, gibt eine liebevolle Schilderung des Lebens dieses bedeutenden Mannes. Als junger Rechtsanwalt hat er schon vor 40 Jahren die Vertretung von Arbeiterrechten übernommen, was für amerikanische Verhältnisse einer revolutionären Gesinnung gleichkommt. Er gab später seine Praxis auf und widmete sich der unentgeltlichen sozialen Rechtsvertretung, u. a. fungierte er in dein großen Streik der Kleidermacher Newyorks, 1910, mit 70.000 jüdischen Streikenden, als Mittler. 1916 wurde er von seinem Freunde, Präsident Wilson, als High Justice berufen. Durch einen Onkel, den Anhänger Herzls war, kam Brandeis mit der zionistischen Ideenwelt in Berührung, und schloß sich ,1912 der Zionistischen Organisation Amerikas an Ende August 1914 nlahm er das Amt des Vorsitzenden des Zionistischen Komitees in IL S. A. an, das er bis 1921 behielt. Die Mitgliederzahl der Organisation stieg unter seiner Leitung aujf das Dreifache, bedeutende Fonds wurden gesammelt, die amerikanische Hilfe für Palästina organisiert und die Londoner Exekutive finanziert. Brandeis' Einfluß auf Wilson ist es zu verdanken, daß dieser sein Machtwort zugunsten der Erlassung der Balfourdeklalration in die Wagschale warf. Bei Friedensschluß war Brandeis in Paris, wo er wiederum seinen politischen Einfluß für den Zionismus einsetzte und fuhr von dort (Sommer 1919) nach Palästina, dann nach London zur Jahreskonferenz. Die Geschichte seines Bruches mit Weizmann auf dieser Tagung, wegen seiner Forderung der Trennung der Zionistischen Organisation, die für Propaganda und Kontrollzwecke erhalten bleiben sollte, von einer Exekutive zur Durchführung^ des ökonomischen Aufbaues Palästinas, in die auch Nichtzionisten aufgenommen werden könnten, ist bekannt. Auf die Darstellung des Autors wird vielleicht die andere Seite erwidern. Haas gibt als Anhang die wichtigsten Memoranden! und Reden Brandeis' wieder. Bekanntlich hat 1930 dessen Gruppe wieder die Leitung der Zionistischen Organisation Amerikas inne. Das Buch ist mit 5 Bildern Brandeis' aus verschiedenen Jahren geschmückt. ad. bm. The Case for the Jews, by Louis J. Griebetz, mit Vorwort von Senator Wagner und Louis Lipsky, Bloch Publishing Co., New-York, S. 126. — Der Autor gibt eine formal-juristische Zergliederung des Textes der Balfour- Deklaration und eine Reihe von Presseäußerungen in der Zeit vor und bei ihrer Erlassung. Aus all dem weist Griebitz nach, daß zu Zeiten der Entstehung der Deklaration ein großer Teil der englischen Oeffenttliehkeit sie als eine Urkunde, die das Entstehen eines jüdisch-staatlichen Gemeinwesens garantieren sollte, ansah. Interessant ist, daß auch Balfour in seiner Vorrede zu Sokolows „History of Zionism" davon sprach, daß die Juden in Palästina Verantwortlichkeit und Kooperation haben werden, welche sie nie besitzen können „als Bürger irgendeines nichtjüdischen Staates" (as Citizens of any non-Jewish state). Griebitz zitiert auch eine Aeußerung von Bourgeois, damaligem Vertreter Frankreichs beim Völkerbund, der angesichts der Verhandlungen über ein „National Home" der Armenier in der Türkei erklärte: „Das heißt, ein unabhängiger Staat Armenien wird errichtet werden". Auch die mit Hinblick auf die Rechte der anderen Bevölkerungsteile im Mandat enthaltenen Einschränkungen wären nicht nötig gewesen, wenn nicht an eine jüdische Vorherrschaft gedacht worden wäre. — Leider ist eine rein juristische. Interpretation für die praktische Machtlage, das heißt die Politik, nicht ent-