Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- [Rezension] / f. m.
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 245 (sequence 2)
- Language
- German
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auswärtigen and Militärfragen ist nur der Oberkommissär kompetent, der auch ein Vetorecht gegen alle dem Mandat widersprechende Beschlüsse des Rates hat. Die konfessionellen Gegensätze sind durch das Verfassungsleben nicht gemildert und die Frage des Anschlusses an Syrien nicht gelöst worden. Mit großem Nachdruck wird im Lande die Ersetzung des Mandats durch einen Vertrag mit Frankreich gefordert. — Die Gesamtbevölkerung war 1925 rund 600.000, davon Maroniten 180.000, Sunniten 125.000, Schiiten 105.000, Drusen 44.000, Nichtkatholische Christen 86.000. f. m. Haarez, Sefer lejediath Erez Israel, von Dr. A. J, Br a w er, Tel-Aviv, 5689 (Das Land, eine Landeskunde Palästinas; zweite verbesserte Auflage, Verlag „Dwir", 1929). Die erste, größere landeskundliche Darstellung Palästinas aus der bewährten Feder des Jerusalemer Geographen Dr. A. J. Brawer konnte schnell ihre zweite Auflage erleben. Die Anerkennung, die das Buch i damit fand, ist reichlich verdient. Es ist in der Tat ein umfassendes Kompendium der Landeskunde des modernen Palästinas in hebräischer Sprache, wie es bis jetzt nicht vorlag. Der Verfasser hat den Stoff in 23 Kapiteln gegliedert. In den ersten zwei Kapiteln behandelt er Flächenumfang, geographische Lage und geologischen Aufbau des Landes. Kapitel 3 bis 8 enthalten die Topographie Palästinas und Transjordaniens. Dann folgen die Kapitel über das Klima, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Palästina bis zur Gegenwart. In drei Kapiteln wird das wirtschaftliche Leben des Landes ausführlich behandelt, während der letzte Teil des Buches eine umfassende Darstellung der Besiedlungs- und Bevölkerungs Verhältnisse des Landes nach Bezirken gibt. Eine reiche Bibliographie schließt das Buch. In der Darstellung Brawers nimmt, obwohl sie in erster Linie eine allgemein geographische sein will, die Beschreibung der wirtschaftlichen Verhältnisse einen großen Platz ein. Auch hier ist es Brawer, obwohl er iinicht Nationalökonom ist, gelungen, objektiv und in sehr instruktiver Form über alles Wissenswerte zu berichten. Natürlich sind die Zahlen vielfach überholt, nicht allein, weil Statistiken in Palästina mehr wie anderswo durch die schnelle Entwicklung rasch veralten, sondern weil durch die zahlreichen Untersuchungen gerade wirtschaftlicher und wirtschaftspolitischer Probleme seit dem Erscheinen des Buches vielfach überhaupt neue Materialien erschlossen worden sind und Problemstellungen aufgeworfen wurden, die früher kaum eine Rolle gespielt? haben. Dieser Gesichtspunkt ist bei der Benützung der Brawerschen Darstellung gerade in diesem Teile des Buches zu beachten. Aus diesen Untersuchungen in den letzten zwei Jahren ergeben sich daher eine Reihe von Anmerkungen zu einzelnen Ausführungen, für die Brawer natürlich nicht verantwortlich gemacht werden kann. So ist zum Beispiel die Darstellung der Bodeneigentumsverhältnisse bei den Fellachen nicht vollständig und wäre bei einer Neuauflage des Buches zu berichtigen, respektive zu ergänzen. Was die zahlreich verwendeten Tabellen angeht, so wäre es vielleicht praktischer gewesen, wenn in dem Textteil das Strukturelle der palästinensischen Wirtschaft, beziehungsweise ihrer Entwicklungstendenzen stärker ausgearbeitet worden wäre, statt sich im Textteil und in den Tabellen mit der mehr deskriptiven Darstellung der Wirtschaftsverhältnisse zu begnügen. Viele Abschnitte in den Kapiteln über die Wirtschaftsverhältnisse sind infolge des dauernden Flusses der Erscheinungen bereits völlig überholt.