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Palästina · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 244

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
[Rezension] / ad. bm.
Date
1931-05-01
Page
Seite 244 (sequence 2)
Language
German
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unabhängigen Land kann man Handelsbegünstigungen erlangen, ein Mandatsland muß allen Mitgliedern des VB. die gleiche Stellung einräumen), ferner zur Befreiung von irgendeiner finanziellen Verantwortung und von der Kontrolle des Völkerbundes, den Zustand solcher „Unabhängigkeit" dem Mandatszustand vorzieht. Dr. E. Topf, der allerdings antibritisch eingestellt ist, meint in seinem bekannten Werke, daß im besten Falle Irak als ein Vasallenstaat Englands anzusehen sein wird. Kein Zweifel, daß diese sehr geschickte Politik auch von Frankreich in Syrien nachgeahmt werden wird. Die Schilderung der dortigen Entwicklung und Probleme ist sehr instruktiv, ebenso jene von Palästina, Transjordanien, Hedjas. (Es fehlt jeder Hinweis darauf, daß die Juden gegen die Abtrennung des Ostjordanlandes von Palästina stets protestiert und sich ihre Aufhebung zum Ziel gesetzt haben.) Der Autor, dessen geistige Einstellung wohl bekannt ist, steht mit seiner Sympathie voll auf der Seite der aufstrebenden Nationalbewegungen, sofern sie zu Selbstverwaltung und geistigem Aufstieg führen, weniger kommt zum Ausdruck, wie außerordentlich rückständig im wirtschaftlichen und sozialen Bereiche all diese „Staaten" sind, so daß sie keinesfalls ganz auf eigenen Füßen stehen, oder, auf sich selbst angewiesen, sich rasch entwickeln könnten. Die Selbständigkeit dieser Staaten würde nicht verhindern, daß sie doch, wie Topf richtig sagt, Vasallen der europäischen Mächte bleiben werden. In diesem Zusammenhang ist die Rede, die der Redakteur des englischen „Falestin" am 26. September im Kreise des „Brith Schalom", Jerusalem, gehalten hat, bemerkenswert. Er sagte, daß bei einer Föderation der Araber die Juden in Vorderasien in Millionen einströmen und durch ihren Genius sowie ihre Erfahrung dazu helfen könnten, dieses aufzurichten. Es ist kürzlich in dieser Zeitschrift (Nr. 3/4) der Vergleich zwischen den Finainzen der arabischen Mandatsländer gezogen worden, aus dem hervorgeht, welchen Vorsprung Palästina infolge der jüdischen Kolonisation vor den anderen Ländern hat. Die Kulturmission der Juden im Vorderen Orient wird deutlicher empfunden werden, je mehr die Staatsgebilde dort sich der vollen Selbstregierung nähern werden. Der bekannten Kunst des Autors, in sehr flüssigem Ton politische Fragen zu erörtern und Tatsachen in einen lebendigen Zusammenhang zu stellen, macht auch dieses sein neuestes Buch zu einer ebenso angenehmen wie instruktiven Lektüre. Seine objektive Art sticht wohltuend ab von der anderer Autoren, die über dasselbe Thema gesprochen haben. Die Zusammenstellung aller Entwicklungsdaten der Staaten des Nahen Ostens seit Kriegsschluß macht diese Publikation zu einem Handbuch, zu dem man immer wieder greifen wird. Es wäre zu wünschen, daß in einer nächsten Auflage auch die wichtigsten Wirtschaftsdaten gegeben werden würden. ad bm. Der Staat Libanon, von Dr. Hans Kohn, Sonderdruck aus der Zeitschrift für Politik, Carl Heymann - Verlag, XX/10, Berlin, S. 645—656. — Den Abhandlungen über Jrak und Trans Jordanien läßt der Autor eine solche über Libanon folgen. Mit der Schaffung dieses Staates hat Frankreich der arabischen Nationalbewegung entgegengearbeitet, doch waren die Folgen große Konflikte. Abwechselnd lavierten die Oberkommissäre zwischen freier und beschränkter Verfassung, zwischen klerikal-christlicher und allgemein-liberaler [Haltung. Die endgültige Verfassung kam 1926 und 1927 zustande, mit gewähltem repräsentativen Rat. Die Unabhängigkeit ist durch das Mandat beschränkt. In

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