Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Verschiedene Nachrichten [Nachricht]
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 226 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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neben 300 Arabern im Dienst stehen, obzwar mehr als die Hälfte ihres Oeles an die jüdische Bevölkerung abgegeben wird. — Der erste Mai wurde von der Arbeiterschaft wie immer gefeiert und verlief im ganzen Lande ruhig. — Der Oberkommissär ist nach London auf Urlaub gefahren. — Der Gouverneur voi> Jerusalem, Keith-Roach, soll vor dem Rücktritt stehen. Er ist ebenfalls nach London gefahren. OEFFENTLICHE VERWALTUNG. Die Rechtsverhältnisse in der Haifa-Bay. Die JTA meldet, daß bis zur Entscheidung des Bodengerichtes in der Haifabucht Siedler ohne Rechtstitel und beduinische Weidennützer ungestört verbleiben können. Einnahmen der Regierung aus den Azisen. Diese betrugen in Pfund: 1930 1929 Tabak: Abgaben ........ 150.541 162.984 Lizenzen ........ 6.076 6.290 Alkoholische Flüssigkeiten: Abgaben ........ 31.941 28.220 Lizenzen ........ 6.233 3.461 Salz: Abgaben ........ 11.341 11.118 Zündhölzer: Abgaben ........ 10.447 6.684 Lizenzen ........ 100 10 Zusammen 216.669 218.767 Der Zustand der Mxinizipalverwaltung. Auf detr Tagung des Ausschusses der Arbeiterorganisation, Tel-Aviv, 6. Februar 1931, erhob Berl Kaznelson im Laufe seines politischen Referates auch schwere Vorwürfe gegen die Regierung wegen der Rückständigkeit des Stadtverwaltungssystems. Er sagte darüber: „In der Lokalverwaltung Palästinas unterscheidet man bekanntlich Orte mit municipalities, Stadtverwaltungen (alle arabischen und gemischten Städte), und Orte mit local Councils, Ortsräten (Dörfer, Kolonien und Tel-Aviv). Zum ersten Typus gehören 900 Orte, und von diesen sind es nur 30, die Ortsräte besitzen, darunter Tel-Aviv, der einzige Ort mit Frauenwahlrecht und Arbeitervertretung; nich Eingreifen der Regierung und Wahlrechtsbeschränkungen wurden in Tel-Aviv bei den Wahlen 13.000 Stimmen abgegeben. Von der Wahlberechtigung bei den Stadtverwaltungen geben die offiziellen Zahlen ein Bild: von 88.500 Einwohnern Jerusalems sind 3900 (dreitausendneunhundert) wahlberechtigt, von 18.000 in Hebron 860, in allen 22 Stadtverwaltungen wurden zusammen nur 15.000 Stimmen abgegeben (etwas mehr als in Tel-Aviv allein). Unter fast 150 arabischen Stadtverordneten befindet sich kein einziger Ar heiter Vertreter, solche wurden nur in den jüdischen Kurien Jerusalems und' Haifas gewählt. Die Arbeitsweise der Stadtverwaltungen ist im ganzen Lande berüchtigt. Nirgends wird der Arbeiter so exploitiert wie in den Unternehmungen der Stadtverwaltungen. Wie oft wturde auf die Korruption in den; Stadtverwaltungen hingewiesen, die ganz unter dem Einfluß einer Clique von