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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 163

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
[Rezension]
Date
1931-03-01
Page
Seite 163 (sequence 2)
Language
German
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tisiert, wobei aber ein Hinweis auf innerpolitische Schwierigkeiten im britischen Mandatsterritorium Kenya (Ostafrika) erwähnenswert ist. Daselbst lebt neben einer Eingeborenenbevölkerung, die sich in einem ganz primitiven Entwicklungsstadium befindet, eine Minorität (Einwanderungsbevölkerung) weißer Rasse von wesentlich höherer Kultur. Beim Studium der Frage der Selbstverwaltung für Kenya hat die permanente Mandatskommission erklärb, ,jdaß die Verfassung ednes mixed staie den besonderen Verhältnissen anzupassen ist. Zwischen einem voll entwickelten parlamentischen System und einer selbstherrlichen Kolonialregierung gibt es noch Zwischenstufen." (S. 254.) Cohn bemerkt ganz richtig, daß Palästina im Grunde vor dieselbe Problematik gestellt ist und daß die im Kenya Report niedergelegten Erkenntnisse der Hilton Young Commission für uns besonders wertvoll sind. (Ueber die Kenya- Probleme ist auch in dieser Zeitschrift unter: „Britische Nationalitätenpolitik in den Kolonien", 1929, Heft 4/5, berichtet worden.) Eine Reihe wichtiger Probleme des Palästiinamandats sind in dem Buch angeschnitten und mehr oder minder ausführlich erörtert: die national home Politik der Engländer, $ie Frage der arabisch-jüdischen Verständigung, der zionistischen Politik usw. Nicht immer kann der Auffassung des Autors, die sich durch besonderen Optimismus in bezug auf die politischen Schwierigkeiten des Zionismus auszeichnet, beigepflichtet werden, doch ist seine Arbeit durch das gebotene Material und die ausführlichen instruktiven Anmerkungen sowie durch die flüssige Schreibweise eine gute Ergänzung zu den schon vorliegenden Werken. Dr. M. Spiegel, Graz. Die Bodenfrage und der jüdische Aufbau in Palästina von Dr. A. Granovsky, Verlag C. Barth, Wien, 1930. — Dieses auch englisch und hebräisch erschienene Buch des bekannten Fachmannes der palästinensischen Bodenfragen und Hauptsejkretärs des KKL, nennt sich eine kritische Betrachtung zum Simpson-Bericht. Diese Kritik folgt an Hand der Tatsachen dem Report und so gibt der Auftor eine genaue Darstellung der Böden und Siedlungsverhältnisse in Palästina, namentlich in bezug auf die Kapazität des Landes für weitere Kolonisation, wobei er fast bei allen Titeln (latidw. arabische Bevölkerung, bewässerbare Flächen, Staatsländereien, jüdische Bodenreserve usw.) erstmalig genaue und verläßliche Ziffern oder eingehend begründete Schätzungen gibt. Das zusammenfassende Kapitel X dieses Teiles des Buqhes haben wir in Nr. 1/2 abgedruckt. In einem zweiten Teil behandelt der Autor die Frage der Unangreif barkeit des Grundbesitzes, da Simpson einschränkende Gesetze empfahl. Auf Grund einer eingehenden Darlegung der bisher gemachten Erfahrungen in verschiedenen Ländern (auch in Aegypten: Fünf-Feddan-Gesetz) kommt der Autor zu dem Schluß, daß einzig eine Einschränkung von Verpfändung und Exekjution für ein ganz kleines Minimalflächenmaß von Nutzen wäre, sonst sei vor allem der genossenschaftliche Zusammenschluß der Bauern das wichtigste Mittel zur Hebung ihrer Lage. Das Buch ist mit zahlreichem instruktivem Tabellenmaterial ausgestattet und kann daher als ein vorzügliches Mittel, soWohl zur genauen Information über die behandelten Verhältnisse, wie als Widerlegung der von der Shavfl- Kommission und von Simpson aufgestellten Behauptungen dienen, weshalb der Autor mit seinem Buche ein politisch wie praktisch gleich wichtiges Hilfsmittel geschaffen hat. Wie verlautet, hat die englische Ausgabe auch schon die Aufmerksamkeit der englischen Verwaltung auf sich gelenkt. ad. bm.

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