Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 153

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Das Strassennetz im Emek [Nachricht]
Date
1931-03-01
Page
Seite 153 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379892-2379895--11955-2393226
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Länge dieser Straßen beträgt über 30 Kilometer; allein die ausgezahlten Arbeitslöhne beliefen sich auf zirka 25.000 Pfund. Durchschnittlich waren 500 bis 600 Arbeiter (meist auch neue Einwanderer) beschäftigt. Die Pipeline. Wir haben bereits in Nummer 1/2, Seite 67, gemeldet, daß die Legung der Linie nach Haifa von der Palästinaregierung genehmigt sei. Inzwischen veröffentlichte die Regierung den Vertrag, den sie mit der Iraq Petroleum Co. Ltd. am 5. Jäntier geschlossen hat. Die Konzession dauert 70 Jahre, wo dann die Regierung in den Besitz der Linie gelangt. Der Vertrag sieht eine Reihe von Erleichterungen für das Unternehmen vor, und zwar Zollfreiheiten, Tarif- und Gebührenermäßigungen, Nutzungsrechte an den HafenanlsLgen, Errichtung von Bahn- und Telegraphenlinien usw., Steuerfreiheit (auch für die Beamten), pachtweise Ueberlassung von Staatsland, das sie benötigt, das Recht, einen eigenen Hafen zu bauen und anderes mehr. In bezug auf die Arbeit muß die Gesellschaft lokale Kräfte verwenden; nur falls diese nicht ausreichen, darf sie vorübergehend solche ins Land bringen. Die Rohne müssen längstens innerhalb acht Jahren gelegt werden. Innerhalb von drei Jahren muß die Gesellschaft ihre Verträge mit den anderen Staaten, durch welche die Linie geführt wird, abgeschlossen haben Die Regierung hat keinen Anteil an den Gewitin/en der Gesellschaft. Ueber die Arbeitsbedingungen wurden, wie „Dawar" mitteilt, nur ungünstige Bestimmungen aufgenommen. Die Gesellschaft kann Tag und Nacht, Sonn- und )Feiertage arbeiten lassen und ist nicht verpflichtet, für ihre Arbeiter gesundheitliche, erzieherische oder andere Institutionen zu errichten. Aus obigen Zeitbestimmungen für die Ausführung geht hervor, daß die Gesellschaft sich mit Frankreich noch nicht geeinigt hat. Es kann daher noch geraume Zeit vergehen, bis die Linie wirklich gebaut werden wird. Die großen Fristen, drei und acht Jahre, zeigen, daß so bald damit nicht gerechnet werden kann. Es ist anzunehmen, daß die französische Regierung darauf bestehen wird, daß eine Abzweigung nach Serien (Tripoli) gelegt wird. Im französischen Senat wurde erklärt, daß eine solche Vereinbarung mit England vorliegt und der Außenminister darüber interpelliert. Das arabische Blatt „Feiestin" wendet sich dagegen, daß die Regierung einen Vertrag für 70 Jahre abschließt, ohne die Bevölkerung Palästinas zu befragen Die Befreiung der Gesellschaft vdn Steuern und Zöllen ginge auf Kosten der palästinensischen Steuerzahler. — Auch „Dawar" wendet sich dagegen, daß der Vertrag als rein administrativer Akt zustandekam. Die Entwicklung des Verkehrs im 19. Jahrhundert. Ueber dieses Thema schreibt Edwin Samuel, Sohn von Sir Herbert Samuel, bekanntlich Regierungsbeamter, in „Palestine and Near East": Vor 60 Jahren gab es nur einen Transport durch Tiere. Im Jahre 1865 bewältigten den ganzen Verkehr Jerusalem—Jaffa 10 Maultiere, 30 Esel, 100 Kamele. Die Zahlen von 1930 waren 429 Motorfahrzeuge, ohne Bahn- und Tiertransport. Die erste makadamisierte Straße wurde zwischen Jerusalem und Jaffa gebaut, was Jahre dauerte und trotzdem wurde sie bald unbrauchbar. Bis 1896 gab es die Fahrstraßen: Von Jerusalem nach Jaffa, Jericho, Ain Karem, Hebr/on, und von Jaffa nach Nablus. Die türkische Regierung verwendete Zwangsarbeit >der Bauern zum Straßenbau. Alle Straßen waren schlecht gebaut, hielten im Winter das Wasser und im Sommer den Staub.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.