Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Der Brief Macdonald´s an Weizmann : sein Inhalt [Nachricht]
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 145 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Nachrichten und Daten Abgeschlossen am 15. März 1931 POLITIK. Der Brief Macdonald's an Weizmann. Sein Inhalt. Am 14. d. M. veröffentlichte die englische Regierung einen Brief Macdonalds an den Präsidenten der J. A., Dr. Weizmann. Sein Wortlaut wurde in allen zionistischen Wochenblättern abgedruckt. Macdonald teilt mit, daß sein Brief eine authentische Interpretation des Weißbuches sei. Die englische Regierung erkennt an, daß das Mandat eine Verpflichtung gegen das jüdische Volk und nicht bloß gegenüber der jüdischen Bevölkerung Palästinas sei. Die Regierung schätzt die wohltuenden Wirkungen der konstruktiven Arbeit des jüdischen Volkj&s in Palästina und den Wert der Arbeiterorganisation. Die Wahrung der Rechte anderer Volksteile bedeutet nur, daß kein Unterschied zwischen den Bürgern gemacht werden darf und nicht, daß die ökonomischen Bedingungen in Palästina zum Erstarren gebracht werden sollen. „Im Gegenteil, die Verpflichtung, jüdische Einwanderung zu erleichtern und geschlossene Ansiedlung von Juden auf dem Lande zu fördern, bleibt eine positive Verpflichtung des Mandats und sie kann erfüllt werden, ohne die Rechte und Lage anderer Teile der Bevölkerung Palästinas zu beeinträchtigen." Unter „landlose" Araber, von deren Ansiedsiedlung das Weißbuch spricht, sind nur jene zu verstehen, die infolge jüdischer Bodenkäufe verdrängt wurden. Die Regierung wird schnellstens eine Untersuchung darüber anstellen, „welche Staats- und andere Ländereien für geschlossene Ansiedlung von Juden unter Bezug auf die Verpflichtung, die gemäß Art. 6 des Mandats dem Mandatar obliegt, verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden köönen". Die im Gebirge zusammengedrängten Fellachen sollen nicht umgesiedelt werden. Die in Aussicht genommene Kontrolle der Landtransaktionen soll keine prohibitive sein. Es soll so wenig wie möglich in den freien Grundstückverkehr eingegriffen werden. Die vorgeschlagene Kontrolle der Einwanderung stellt keine Abkehr von der bisherigen Praxis dar. Die Erwägungen bezüglich Aufnahmefähigkeit des Landes dürfen nur von rein ökonomischen Gesichtspunkten aufgestellt werden. — Arbeiter für Arbeiten, die ganz oder hauptsächlich von jüdischem Kapital abhängen, werden berücksichtigt werden, ebenso der Anspruch der Juden auf Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten im Einklang mit der jüdischen Steuerleistung. Die Regierung greift nicht das Prinzip der JA, nur jüdische Arbeiter zu beschäftigen, an. Zum Schlüsse beteuert die Regierung, daß die Mandatsverpflichtungen feierliche internationale Verpflichtungen sind, denen sie sich nicht entziehen will. Zur Durchführung ist allgemeines Vertrauen nötig. „Vor allem muß und soll unbedingt anerkannt werden, daß keine Lösung zufriedenstellend und von Dauer sein kann, die nicht mit Gerechtigkeit gegenüber dem jüdischen Volke und den nicht jüdischen Gemeinschaften in Palästina beruht." Die Authenzität des Dokumentes. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Hopkin erklärte am 13. Februar Macdonald im Unterhaus: