Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Die Araber und das Weissbuch [Nachricht]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Araber und das Weißbuch. Die arabische Presse meldet, daß die araarabisehe Antwort auf das Weißbuch in den letzten Tagen überreicht worden ist. Darin sollen die Araber eine Beteiligung am gesetzgebenden Rat ablehnen. Die I. T. A. meldet darüber folgendes: Am 14. Jänner übergab die arabische Exekutive dem Oberkommissär die Antwort der arabischen Exekutive auf das von Lord Passfield herausgegebene Weißbuch zur Weiterleitung an die britische Regierung in London und an den Völkerbund in Genf. Die Antwort besteht hauptsächlich in einer Wiederholung der von den Arabern seit dem Inkrafttreten des Palästina-Mandats mehrmals erhobenen Forderungen, und zwar der Forderung nach Zurückziehung der Balfour-Deklaration und Aufgabe des Mandats mit der Begründung, daß die Deklaration in Widerspruch steht mit Artikel 22 des Völkerbunldspaktes und dem den Arabern gegebenen Versprechen, ihre nationalen und natürlichen Rechte zu respektieren. Ferner verlangen äie Araber die Einsetzung einer einem gewählten Parlament verantwortlichen Regierung in Palästina. In dem Statement der arabischen Exekutive wird weiter erklärt, daß die Araber es als erste Pflicht Großbritanniens erachten, den Uebergang von arabischem Boden in die Hände von Nichtarabern zu verhindern und die jüdische Einwanderung nach Palästina endgültig zu verbieten. Es wird darauf hingewiesen, daß die Araber Palästinas unter dem türkischen Regime weitgehende Selbstverwaltung genossen, autonome Gemeinde- und parlamentarische Körperschaften besaßen und an der Verwaltung in gleicher Weise teil hatten wie die Türken. Schließlich wird der Vorschlag gemacht, landlos gewordene Araber im Huleh-Gebiet anzusiedeln. Unterredung Chankin-Issa. Jehoschua Chankin, der Pionier des Bodenkaufs in Palästina, hatte eine Unterredung mit dem Redakteur des „Feiestin", Issa er Issa. Auf die Frage, ob die Juden ihre Ansprüche ziffernmäßig begrenzen würden, sagte Chankin, die Juden verlangten die Ansiedlung weiterer 50.000 Familien, wozu 3.5 Millionen Dunam erforderlich seien. Entgegen den Angaben Simpsons sei noch genug Boden für die Ansiedlung dieser Zahl vorhanden. Die Urteile wegen der Unruhen. Vier Araber, die zu lebenslänglicher Gefängnisstrafe verurteilt waren, wurden w/egen hohen Altetrs begnadet. — Von den 20 Arabern aus Hebron, die unter dem Verdacht, an dem Massaker in Hebron im August 1929 teilgenommen zu haben, vorige Woche von Aegypten an Palästina ausgeliefert worden sind, wurden 17 auf freien Fuß gesetzt, während gegen die übrigen drei Araber eine Untersuchung eingeleitet wurde. OEFFENTLICHE VERWALTUNG. Der Bericht der Johnson Crosbie Kommission. Die palästinensische Regierung hat soeben den Bericht der Johnson Crosbie Kommission unter dem Titel „Report of a Committee on the Economic Condition of Agriculturists in Palestine and the Fiscal Measures of Government in Relation thereto" veröffentlicht, aus dem die Ziko folgendes mitteilt: Die Kommission wurde am 22. April 1930 eingesetzt, um die ökonomische Lage der Fellachen und die im Zusammenhange damit zu ergreifenden steuerpolitischen Maßnahmen zu untersuchen. Sie ist zu den nachstehenden Schlußfolgerungen gelangt, von denen inzwischen einige von der Regierung ausgeführt wurden. Auch Sir John Hope Simpson hat das Material des Berichtes,