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Palästina · 1930-12-01 · Heft 12 (Dezember 1930) · p. Seite 455

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 12 (Dezember 1930)
Article
[Rezension]
Date
1930-12-01
Page
Seite 455 (sequence 2)
Language
German
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die Stimmung in den arabischen Kreisen zeigen. Völlig unentschuldbar ist aber, daß er die drei Araber, die, mehrfach gemeinen Mordes an Juden überführt, von der Begnadigung ausgenommen und hingerichtet wurden, als Märtyrer gelten läßt und die Proklamation, die diese Analphabeten angeblich vor ihrer Justifizierung erlassen haben sollen, sich wörtlich wiederzugeben verpflichtet fühlt, weil, wie er sagt, sonst das von ihm gezeichnete Bild (das ist die Wiedergabe einer feindselig tendenziösen Einstellung aller Tatsachen seitens der arabischen Führer) „eine wesentliche Lücke aufweisen würde!" — Wir bedauern sehr, daß sich die Redaktion (sie ist seit vorigem Jahr nicht mehr in den Händen von Prof. Steuernagel) dieser hochangesehenen wissenschaftlichen und bisher objektiven Zeitschrift sich entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit einen einseitig parteiischen Berichterstatter bestellte und dessen Entgleisungen nicht zensurierte. Das widerspruchslose Geltenlassen von Judenmördern als Märtyrer der arabischen Nation könnte man höchstens bei antisemitischen Hetzblättern begreiflich finden, nicht aber bei einem vornehmen wissenschaftlichen Organ. Adolf Böhm. Erlösung durch Arbeit von A. D. G o r d o n, ausgewählte Aufsätze übersetzt und eingeleitet von Dr. Victor Kellner, Jüdischer Verlag, Berlin (mit einem Porträt). 296 Seiten. — Diese Veröffentlichung, die eine Reihe von Aufsätzen Gordons wiedergibt, erscheint als Band 1 des „Zionistischen Bücherbundes". Von Gordon waren bisher nur einzelne Aufsätze ins Deutsche übersetzt worden. (Eine kurze Würdigung seiner Bedeutung siehe in des Rezensenten „Zionistische Bewegung", Band II.) Viktor Kellner hat mit glücklicher Hand aus den fünf Bänden von Gordons gesammelten Schriften (herausgegeben von der Zentrale des „Hapoel Hazair", Tel-Aviv) eine Reihe der charakteristischesten Aufsätze ausgewählt und ins Deutsche übersetzt. Eine solche Uebertragung ist bei dem etwas weitläufigen hebräischen Stil und der eigenartigen Ausdrucksweise des Autors keine einfache Uebersetzungsarbeit. Sie ist Dr. Kellner vorzüglich gelungen; die deutsche Diktion gibt die Originalität des Denkens und des Schreibens Gordons getreu wieder, ohne ermüdend zu wirken. Die Auswahl der zwölf Aufsätze und Briefe ist eine solche, daß die wesentlichen Punkte der Weltanschauung Gordons zum Ausdruck kommen: das Evangelium der Arbeit als einzige Möglichkeit, zur Umwelt und zum Transzendenten eine persönliche Beziehung zu gewinnen, die Ablehnung einer abstrakten Geistigkeit, die aus seiner Auffassung von der Einheitlichkeit alles Lebens hervorgeht, die wunderbare organische Inbeziehungsetzung des Einzelnen mit seinem Volke (Am-Adam) und darüber hinaus mit allen Völkern, woraus ein wahrer, in Anschauung und Denken, im Fühlen und im Tun verwurzelter Pazifismus quillt, eine Ablehnung jeder Gewalt als etwas äußerlichem, eine positive Auffassung des Wertes jedes Volkes als einmalige original-schöpferische Wesenheit und eine Auffassung des Sozialismus als Aufgabe der Seele des Menschen und nicht als politische Kampfparole. Eine kurze Einleitung des Uebersetzers zeichnet knapp und klar diese Züge der Weltanschauung Gordons, die er vorgelebt hat, einen kurzen Abriß seiner Biographie steuert Josef Aronowitz bei. Man erfährt daraus, was nicht allgemein bekannt war, daß Gordon bevor er als Fünfzigjähriger nach Palästina ging, um dort einfacher Land-

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