Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Die Weizenkultur [Nachricht]
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 450 (sequence 2)
- Language
- German
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das sind weniger als 4 Prozent der im La^nde mit Weizen bestellten Fläche. Im ganzen bebauen die Juden 34.200 ha, davon macht die von ihnen mit Weizen bestellte Fläche 16 Prozent aus. Der Durchschnittsertrag 1921 bis 1928 war 101.126 Tonnen, das sind zirka 650 kg pro ha, ungefähr so viel wie in Rußland oder Marokko. Bei den Juden ist der Ertrag höher, durchschnittlich 785 kg pro ha, im Emek stieg er 1927 bis 1678 kg. In den deutschen Kolonien ist der Durchschnitt 1200 bis 1400. In den normalen Jahren werden 15 bis 20.000 Tonnen Weizen von Syrien und Trans Jordanien importiert. Aus Uebersee schwankt der Import je nach der Ernte in Palästina und Nachbarländern, von der auch die Exportziffern abhängen. Am geringsten war der Import 1926/27 : 1451 Tonnen, am höchsten nach der Mißernte 1928/29: 19.879 Tonnen. Der Export war am höchsten 1927/28: 4827 Tonnen. Aehnlich bei Weizenmehl: Höchster Import 1928/29: 32.127 Tonnen, die Jahre vorher 18 bis 20.000 Tonnen. Der Export von Weizenmehl ist sehr klein. Pinner schätzt den gesamten inländischen Weizenverbrauch (inklusive Mehl) für die Jahre 1926/27 auf 142.240 Tonnen 1927/28 „ 140.933 1929/30 „ 127.435 Die Nomaden eingerechnet, ist der Jahreskonsum per Kopf (ohne Saatgut) 157 kg Weizen oder 116.5 kg Weizenmehl. Dies ist mehr als in USA. und den meisten Ländern Europas, weil eben Brot das H<auptnahrungsmitLel der arabischen Bevölkerung ist. Dieser Konsum ist aber elastisch, weil auch Durrah als Ersatz genommen wird, wenn der Weizen teuer ist, siehe den großen Abfall 1928/29 (Mißerntejähr). Die Preise folgen nicht durchaus den Weltmarktpreisen, sondern sind viel enger abhängig von der Lage in Transjordanien. Die Spannung zwischen Weizen und Mehl ist bei australischem Mehl 2 Pfund per Tonne, in Palästina 5 bis 7 Pfund. Die Preise differieren in den einzelnen Distrikten stark voneinander. Im zweiten Teil seiner Arbeit analysiert Pinner die natürlichen Bedingungen der Weizenproduktion sowie die Art der Kultivierung bei den verschiedenen Bevölkerungsteilen. Er schätzt die Produktionskosten von 1 Tonne Weizen bei den Fellachen auf Pfund pal. 9,615, im Emek bei viel größerem Ernteertrag, aber auch höheren Kosten auf Pfund pal. 9,400, das ist etwas mehr als im Durchschnitt in Amerika (1.25 Pfund gegenüber 1.18 Pfund per Bushel). Sollten die Verkaufspreise weiter so tief sein, wie gegenwärtig, so würde sich der Weizenbau nicht mehr rentieren. Allerdings könnten bei Großbetrieb in den Kolonien die Kosten per Tonne auf Pfund pal. 8.600 herabgedrückt werden. Jedenfalls muß gesagt werden, daß bei modernen Farmen der viel höhere Ertrag die bedeutend höheren Kosten aufwiegt, so daß sie mit der primitiven Agrikultur standhalten können. Jedoch geht die Verbesserung des Bodens schrittweise weiter durch Anreicherung des Bodens, namentlich durch Stalldünger bei der Milchproduktion. In der Versuchsstation von Ben Schemen ist durch künstlichen Dünger der Ertrag bis auf 1600 kg per ha gestiegen.