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Palästina · 1930-12-01 · Heft 12 (Dezember 1930) · p. Seite 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 12 (Dezember 1930)
Article
Zehn Jahre jüdischer Landwirtschaft in Palästina
Date
1930-12-01
Page
Seite 441 (sequence 6)
Language
German
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tierungen betrug mehr als drei Millionen, der der Pica) 2 Millonen, der des /j/fjj^ privaten Kapitals etwa 5 Millionen Pfund. Gegen 2700 landwirtschaftliche Betriebe sind gegründet worden und die landwirtschaftliche Bevölkerung hat sich um 27.000 Personen vermehrt. Ansiedlungsmöglichkeiten für 4000 Siedler im Laufe der nächsten Jahre sind vorbereitet. Auf den ersten Blick wird dieses kolonisatorische Werk im Vergleich mit den Ziffern des Auslandes klein erscheinen; es muß aber als Pioniertat für kommende Leistungen größeren Umfanges auf allen Gebieten der Landwirtschaft betrachtet werden: auf dem Gebiete des Körnerbaues, dem der Milchwirtschaft, Geflügelzucht und Gemüsekultur, der vervollkommneten Plantagewirtschaft. Lang, mühevoll und voller Hindernisse isffc der Weg von der primitiven Landwirtschaft, die den Arbeiter, der sich ihr ergibt, zu ewiger Armut verdammt und nur eine spärliche Bevölkerung ernährt, zur modernen Agrikultur, die die Schätze des Bodens erschließt, die Behaglichkeit des Lebens vergrößert und eine dichte Bevölkerung ermöglicht. Die jüdische Landwirtschaft in Palästina hat schon ein schönes Stück Weg hinter sich. Sie stellt bereits eine moderne, in allen ihren Zweigen vervollkommnete Einheit dar: Versuchsstationen, ausgestattet mit Laboratorien und Versuchsfarmen, moderne Erziehungsanstalten, kooperative Institutionen, Kreditinstitute, landwirtschaftliche Fachliteratur. Der Weg zu neuer Kolonisation auf breiter Basis ist daher geebnet; er wird ein kürzerer und schnellerer Weg sein. Rundschau POLITIK. Von Gerda Arlosoroff-Goldberg, Tel-Aviv. Der Monat, der der Veröffentlichung des Weißbuches in Palästina folgte, war gekennzeichnet durch politische Erregung, Schwankungen der öffentlichen Meinung und scharfe Diskussionen, aus deinen sich schließlich die Stellung der Juden und der Araber zur neuen politischen Linie Londons herausschälte. Nach Publikation des Weißbuches schien eine klare Scheidung der Geister eingetreten. Die Araber waren bis zu einer gewissen Grenze befriedigt. Die Gemäßigten gewannen die Oberhand, den Extremisten blieben für den Moment nur wenig überzeugende Argumente. Man feierte — wenn auch etwas verhalten — einen arabischen Sieg und die LJi^nie der Intr-ansingenz wurde aufgegeben. Kooperation mit der Regierung erschien als der einzig vernünftige Weg. Teilfragen wurden selbstverständlich auch weiter unter die Lupe der Kritik genommen. Aber in den großen Linien, vor allem in der Boden- und Immigrationspolitik sahen sich die Araber ein großes Stück vorwärts gebracht. Und obwohl wegen der Zusammensetzung der beschränkten Kompetenz des Legislative Council Beschwerden von arabischer Seite vorgebracht wurden, wurde es doch bald klar, daß die Mehrheit der Führer diesmal für die Beteiligung an den Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung eintreten würde. Die Regierung konnte also mit Recht behaupten, daß sie mit ihren Bemühungen, eine Basis für die Kooperation mit den Arabern zu schaffen, Er-

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