Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Die judenfreie Zollbeamtenschaft [Nachricht]
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 398 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
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in Haifa von 60 Beamten nur 2 Jiiden, in Jerusalem unter 60 bloß 15, sonstnür einen. Unter den 15 Tabakkontrolloren gibt es keinen Juden. Caferata, Polizeiinspektor in Tel-Aviv. Der Polizeileiter von Hebron, Caferata, wurde zum Polizeiinspektor der Polizei Tel-Aviv ernannt. Die hebräische Presse wirft ihm vor, daß er bei den Unruhen eine Verbindung der Juden von Hebron mit der Regierung verhindert habe. Allerdings habe er bei Abwehr der Mörder sich ihnen mutig entgegengestellt. Verschiedene Nachrichten. Am 25. September kam der neuernannte Chefsekretär Mr. Young nach Jerusalem jund übernahm die Geschäfte. — Der Oberkommissär traf am 2. Oktober in Palästina ein. — Das englisch-deutsche Abkommen über Regelung von Zivil- und Handelssachen würde mit Wirkung vom 25. November auf Palästina ausgedehnt. JEWISH AGENCY. Mandatskommission. In der 60. Session des Völkerbundrates wurde der Bericht der Mandatskommission vorgelegt mit der Antwort Englands. Der Bericht stellt sich als ein schauier Tadel der englischen Administration dar. Der Shaw-Bericht sei in wichtigen Zeilen anfechtbar. In bezug auf die Klagemauerfrage sei die Regierung mit ihrem „Reglement" über den Status quo hinausgegangen, gegen die arabische Hetzpresse nicht scharf genug aufgetreten, bezüglich der Unruhen habe sie einen Mangel an Voraussicht gezeigt. Die Entblößung des Landes von Truppen sei ein Fehler gewesen. Der Mandatarmacht wird vorgeworfen, daß sie in manchen Punkten nicht vermocht hat, die integrale Ausführung des Mandates zu sichern, sie habe wenig getan, um die in diesem vorgesehene dichte Siedlung von Juden zu fördern, was nicht nur für die jüdischen Interessen schädlich war. Eine gesunde Agrarpolitik und eine richtige Aufklärung der Araber über die wirtschaftlichen Vorteile, welche ihnen die jüdische Aufbauarbeit bringe, hätte diese beruhigt und zu einer Fusion der wirtschaftlichen Interessen geführt. Die Regierung sollte für ein ökonomisches Zusammenwirken beider Völker tätig ein. Solange die Araber das Mandat ablehnen, muß jede Verhandlung mit ihnen wegen ihrer berechtigten Wünsche nach einer Verfassung nur ihren Widerstand stärken. Die zwei Verpflichtungen des Mandatars, die völlig gleichwertig sind, bestehen in zwei Aufgaben: 1. Die Errjchtung des Jüdisch-nationalen Heims, 2. die Entwicklung der Selbstverwaltungsinstitutionen. Die Antwort der englischen Regierung weist den Vorwurf der Untätigkeit zurück und verweist auf die Billigung, die ihre Politik stets in allen Sitzungen der Mandatskommission gefunden hat. Sie habe auch ignoriert, daß die Administration die Rechte aller Teile der Bevölkerung zu sichern hätte. Die Kommission hätte den Shaw- Bericht bagatellisiert, dagegen einseitig das Memorandum der J. A., die Man*- Partei ist, berücksichtigt. Die Unruhen waren kein Angriff auf die Mandatarmacht, was die Kommission, die nur diese kritisiert, nicht beachtete. England hat nicht die Pflicht, ein Jüdisches Nationalheim zu errichten, sondern hat nur die Bedingungen dafür zu schaffen. Die Regierung behauptet, in Palästina 9 Millionen Pfund seit '1921 ausgegeben zu haben. (Von zionistischer Seite wurde nachgewiesen, daß dies die Kosten der englischen Truppen in