Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Das Echo der Deklaration
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 390 (sequence 2)
- Language
- German
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Politische Tagungen. Die politische Kommission der JA ist für 3. November, der 17. Zionistenkongreß für Februar 1931 einberufen worden. Kundgebungen. In der ganzen Welt haben stürmische zionistische .Protestversammlungen stattgefunden. Die Erregung ist überall sehr groß. Waad Leumi. Der jüdische Nationalrat in Palästina beschloß, sich an den Wahlen zum Legislative Council nicht zu beteiligen. Das Echo in Engla nid. Die konservativen Führer, Baldwin, Chamberlain und Amery, denen sich auch Churchill anschloß, der liberale Führer Lloyd George und der ehemalige Premier von Südafrika, Gen. Srnuts, haben scharf gegen die Haltung der Regierung Stellung genommen. Macdonaid erklärte darauf wiederholt, daß seine Politik kein Abgehen von der Balfour- Deklaration und dem bisherigen Verhalten Englands bedeutet. In seiner Antwort an Smuts sagt er, daß die Erklärung keine Einstellung der jüdischen Kolonisation auf zahlreichen, noch nicht entwickelten Gebieten, die schon im Besitz von Juden sind, bedeutet. Das läßt neuerlich auf eine Sperre von weiteren jüdischen Bodenkäufen schließen. Von den Zeitungen billigen „Times", „Morning Post" un{d das Regierungsorgan „Daily Plerold" die Politik des Kabinettes; „Manchester Guardian" schreibt gegen sie. Rundschau POLITIK. Von Gerda Arlosoroff-Goldberg, Tel-Aviv. Seit Wochen und Monaten hat man in Palästina auf die Deklaration der englischen Regierung zur Palästinapolitik und auf den wirtschaftlichen Bericht Sir John Hope Simpson's gewartet. Seit Wochen und Monaten hat man die immer von neuem durchsickernden Gerüchte über den Inhalt dieser beiden Dokumente diskutiert. Und obwohl man nicht sagen kann, daß sich die Juden über die erwartete Erklärung großen Illusionen hingegeben hätten, wirkte die Veröffentlichung wie ein unerwarteter Schlag. Die Erregung, die sich sofort beim Erscheinen der Telegramme bemerkbar machte, ist mit der bei der seinerzeitigen Schließung der Einwanderung zu vergleichen. Noch am selben Tage — obwohl der volle Text der Berichte noch nicht vorlag — traten die leitenden Körperschaften der Juden zu Beratungen zusammen. Es kündet sich ein Wirbelsturm der Diskussion an, in dem von Neuem alle Leidensehaften ins Spiel gebracht werden uad von dem man schwer sagen kann, wohin er führen wird. Wie ist die öffentliche Meinung — bei Juden und bei Arabern — in diesem einschneidenden Zeitpunkt, in dem England nach langem Warten die Richtlinien seiner Politik bekannt gibt? Hat dieses Jahr der Kommissionen, Berichte und Untersuchungen, das den Unruhen folgte, die Wogen so weit geglättet, daß an eine Verständigung zu denken ist und daß die Regierung hoffen kann, auf das vorgeschlagene Programm die beiden feindlichen Seiten zu vereinigen? Auch der optimistische Betrachter der palästinensischen Situation wird diese