Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA ZEITSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XIII. Jahrg. i Oktober—November 1930. Nr. 10—11 Palästina vor der Mandatskommission. Von Dr. Moritz Bileski, Berlin. Durch die neueste politische Entwicklung hat die Haltung der Mandatskommission des Völkerbundes, an den sich die Jewish Agency direkt zu wenden beabsichtigt, erhöhtes Interesse gewonnen. — Die Red. Die 17. — außerordentliche — Tagung der Mandatskommission hatte die Aufgabe, eine Untersuchung über die Unruhen, die im August 1929 in Palästina ausgebrochen waren, ihren Verlauf und ihre Gründe abzuhalten. Sie hat bei dieser Gelegenheit das gesamte Gebiet der Palästinapolitik behandelt. Das Protokoll der Tagung enthält höchst bemerkenswertes Material über den Inhalt dieses politischen Problems und die Möglichkeiten seiner Lösung, 1. Die Untersuchung des Verlaufs und der unmittelbaren Anlässe der Unruhen ergab eine Reihe recht wesentlicher Korrekturen des Berichts der von der britischen Regierung eingesetzten Untersuchungskommission, der sogenannten Shaw-Kommission. Die Mehrheit dieser Kommission hatte dem Mufti von Jerusalem, einem der führenden Repräsentanten der arabisch-nationalen Bewegung, der von jüdischer Seite als einer der Hauptschuldigen am Ausbruch der Unruhen bezeichnet worden war, nur in recht milder Form eine sehr abgeschwächte und geteilte Verantwortung auferlegt. x) Die Mandatskommission übernimmt diese wohlwollende Haltung nicht. Ihre Mitglieder halten der englischen Regierungsdelegation vor, daß der Mufti wegen seiner Teilnahme an den Unruhen des Jahres 1920 schwer bestraft und später als verdächtige Persönlichkeit in einer schwarzen Liste der Jerusalemer Polizei r) Bericht der Shaw-Kommission Seite 158.