Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 331 (sequence 2)
- Language
- German
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Pfund; 1928 dagegen 7 Millionen Pfund, beziehungsweise 2 Millionen, also ein Wandel zu Lasten der Handelsbilanz von 100:30! Der Einfuhrswert pro Kopf betrug 1913 40 Mark, 1927 160 Mark. Dies wirkte natürlich auch auf das Steuersystem, besonders durch das Steigen der Importzölle ein. Industrielle Entwicklung, Banken und Hypothekenwesen werden kürzer behandelt. Der Verfasser kündigt einen zweiten Teil an, der sich mit den politischen und nationalen Wandlungen in Palästina beschäftigen wird. Palestine. To Day and To Morrow by John Haynes Holmes. Verlag The Macmillan Cy, Newyork. 271 Seiten. — Der Verfasser, ein Führer einer amerikanischen christlichen „Messias"-Sekte, besuchte auf Einladung von Nathan Strauß anfangs 1929 Palästina. Er ist ein warmer Freund des geistig-pazifistischen Zionismus, sieht die Aufgabe des Judentums in der Aufrichtung einer Gemeinschaft, die nichts von Gewalt, Staatlichkeit, Nationalismus usw. wissen will, sondern vom Geist des Propheten erfüllt ist. Starke Ansätze hiezu findet er vor allem in den Kwuzoth. Infolge seiner Einstellung sucht er auch die praktische Unmöglichkeit eines jüdischen Staates nachzuweisen und dies schärft seinen Blick für die arabische Frage, die er — vor den Unruhen — genauest in jenen Aspekten sah, die sogar vielen Zionisten in Palästina erst nach ihnen erkenntlich wurden. So kann er mit Recht im Vorwort, das nach den Unruhen geschrieben ist, sagen, daß aus jeder Zeile seines Buches die kommenden Unruhen hervorleuchten. Zeigt sich Holmes damit als besonders befähigter Beobachter, so ist es von doppeltem Interesse zu lesen, wie er die Haltung der Engländer beurteilt. Er kann für diese nicht genug scharfe Worte finden. Die Engländer, sagt er, bringen zunächst den europäischen Antisemitismus mit, zweitens sind die Juden für sie keine leicht beherrschbaren „natives", sondern* kritische und intelligente Europäer, was ihnen sehr unangenehm wird. Ja, die/ Engländer sind so beschränkt, daß sie keinen Unterschied machen zwischen den Kwuzoth, die auf „kommunistischer" Basis arbeiten, das heißt wo es» kein Einzeleigentum gibt, und den in Palästina Unruhe stiftenden Bolschewiken. Die Engländer verstehen ferner den Zionismus nicht, für sie gibt es nur eines: Die Sicherheit der britischen Macht, für die Palästina von großer Wichtigkeit ist. Da ßs im englischen Interesse liegt, sich mit den umgebenden arabischen Staaten zu vertragen, ist ihnen der Zionismus eine Verlegenheit und ein Hindernis. Je mehr sie gegen den Zionismus sind, desto mehr begünstigen sie die Araber. Ueber die Leistungen der Zionisten hörte Holmes bei hohen Beamten die Meinung, daß alles auf Sand gebaut wäre und zusammenstürzen würde, sobald der Zustrom von Geld aufhören würde. Wenn der Zionismus doch fortschreitet, sagt Holmes, so geschieht das, nicht wegen, sondern trotz der Anwesenheit der Engländer im Lande. Holmes meint, Araber und Juden sollen sich friedlich verständigen, die Engländer seien im Lande überflüssig. Seine Einstellung zu England erscheint aber doch etwas zu voreingenommen, so sagt er von Balfour, daß dieser nur aus egoistisch-englischem Interesse prozionistisch war. Die jüdischen Leistungen finden bei Holmes eine wahrhaft enthusiastische Beurteilung. Nachdem er die furchtbaren Schwierigkeiten des Aufbaues ziemlich schwarz gemalt hat, so daß man pessimistisch sein müßte, zeigt er„ daß es die jüdischen Leistungen in Palästina sind, welche allen Pessimismus widerlegen. Er findet sie wunderbar und den Geist der Chaluzim vom Heroismus der Saga erfüllt. Die Gefahr für den Zionismus ist ein Abfallen in den Nationalismus. Er sah zwar diese Gefahr, aber er seheint trotz