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Palästina · 1930-07-01 · Heft 7-9 (Juli 1930) · p. Seite 310

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 7-9 (Juli 1930)
Article
Die Ansiedlung der tausend Arbeiterfamilien nach dem Londoner Plan [Nachricht]
Date
1930-07-01
Page
Seite 310 (sequence 2)
Language
German
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langen, mußte die Außenarbeit in den Plan aufgenommen werden: 400 Tage, für Mann und Frau, die — bei 15 Piastern täglich — 60 Pfund jährlich einbringen. Die Geldgeber verlangen 8 Prozent Zinsen für den Baukredit, sofort zahlbar, und 5 Prozent für die Pflanzungsanleihe, vom siebenten Jahre an; wir verlangen, die Zinsen für die Bauanleihe auf 6 Prozent zu ermäßigen. Beide Anleihen werden von gesonderten Gesellschaften gegeben. Der Boden ist bis auf zirka 1300 Dunam, die von der Pica beigestellt werden, K. K. L.-Boden. Weniger geklärt sind die organisatorischen Fragen. Als ausführendes Organ wünschen die Partner, wie es scheint, eine Sachverständigenkommission oder einen einzelnen Sachverständigen, der sich nur um die fachlichen Fragen zu kümmern hat, aber dessen Zustimmung für alle Einzelheiten des Planes erforderlich ist. Die Wahl der Anzusiedelnden verlangte die Arbeiterorganisation selbst gemeinsam mit der Zionistischen Exekutive vorzunehmen, die Ansiedlungsgesellschaft nahm das als ihr eigenes Recht in Anspruch; es wurde — vorläufig — ein Einverständnis erzielt, nach welchem {die Arbeiterorganisation die Vorschläge einreicht und die P. Z. E. nur das Recht hat, sie zu verwerfen, aber selbst keine Vorschläge macht. Der endgültige Beschluß wird nächstens in einer Sitzung der Zionistischen Exekutive zu fassen sein. Die Arbeiterorganisation verlangt eine Vertretung in der P. Z. E. Die* Form der Ansiedlung, Moschaw oder Kwuzah, steht noch nicht fest. 8000 Dunam sind bereits vorbereitet. Viele Ansiedler verlangen auch eine Möglichkeit zur Vieh- und Geflügelhaltung. Gegen den Plan werden viele Einzeleinwände erhoben. In den 311 Pfund sind keine Ausgaben für Dünger enthalten, auch einige Installationsberechnungen sind sehr knapp, 10 Prozent müssen wohl noch hinzukommen, man kann wohl auch bis 375 Pfund bewilligt erhalten. Der Dünger könnte durch die Viehhaltung gewonnen werden, aber das bedeutet eine Zusatzausgabe von 100 Pfund, die schwerlich durchzusetzen ist. In ausführlicher Debatte, in der Elieser Joffe sich prinzipiell gegen die Ansiedlung mit Hilfe von Kapitalisten aussprach, wurde der Plan vom Rate genehmigt. 90 Prozent der Ernte im Emek von Ratten aufgefressen« Zwanzig jüdische Siedlungen des Tales Esdraelon wurden im Juni von einer katastrophalen Ratteninvasion heimgesucht. Die Ratten vernichteten 90 Prozent der Feldernte von 50.000 Dunam. Am schwersten litten Nahalal und Afuleh. Die vom Landwirtschaftsdepartement der Regierung gegen die Plage angewandten Methoden haben sich als unwirksam erwiesen; die Behörden wollten nicht den jüdischen Kolonisten die Anwendung radikaler Rattenvertilgungsmaßnahmen erlauben, da sie befürchteten, daß die Brunnen, aus denen einige Araber ihren Bedarf an Trinkwasser decken, infiziert werden könnten. — Die Jewish Agency for Palestine glaubt, daß es notwendig sein wird, den betroffenen Kolonien des Emek 30.000 Pfund zu bewilligen, damit sie sich von den Folgen dieser letzten Heimsuchung erholen. Der dritte Teil dieser Summe wurde bereits überwiesen. — Die arabischen und jüdischen Landwirte des Emek haben ein gemeinsames Komitee gewählt, um bei der Regierung ihre Forderungen zustellen.

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