Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Mandatskommission : die Verhandlungen [Nachricht]
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 306 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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düngen für gefährlich und ist der Ansicht, daß es im wahren Interesse des Jüdischen Nationalheims gelegen ist, daß der nichtjüdische Teil der Bevölkerung das Gefühl hat, daß die Mandatarmacht .in gleicher Weise aktiv auch um sein Wohl besorgt ist. Die in britischen Kolonien geltenden Verwaltungsprinzipien seien für Palästina besonders geeignet; Fortschritte in diesem einzigartigen Unternehmen können nur gemacht werden, durch Verwertung aller anderwärts erworbenen Erfahrungen. Der Enderfolg wird keineswegs von der Haltung der Regierung abhängen, sondern von dem Willen der beiden Bevölkerungselemente zur Zusammenarbeit. Die arabischen Führer müssen so handeln, daß Ereignisse wie die vom letzten August niemals wiederkehren. Die britische Regierung ist" vernünftigen Argumenten zugänglich, sie hat aber kein Verständnis für Taten, die mit Zivilisation und Fortschritt unvereinbar sind. Nationale Unabhängigkeit ist gut, aber der Wille, mit einem anderen Volk zusammenzuarbeiten, ist noch besser. Anderseits müßten die jüdischen Führer verstehen, daß man demjenigen, der feierliche Verpflichtungen übernommen hat, mehr Vertrauen schenken muß. Ununterbrochene Kritik der Regierungsbeamten ist unklug und oft unfair. Es müssen auch Anstrengungen gemacht werden, die Juden der Welt darüber aufzuklären, daß die Mandatarmacht die Errichtung eines jüdischen Heimes in Palästina, nicht aber eines jüdischen Staates übernommen hat.; Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Anlaß besteht, hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Zum Schlüsse dankte Dr. Shiels der Mandatskommission und sprach die Zuversicht aus, daß die Verhandlungen dieser Woche zur Wohlfahrt aller Teile der palästinensischen Bevölkerung beigetragen haben. Am 10. Juni befaßte sich die Kommission mit dem Jahresbericht der englischen Regierung für 1929. Der Bericht der Kommission an den Völkerbundrat wird später veröffentlicht werden. Wie es heißt, wird darin die Haltung der Mandatarmacht und die der palästinensischen Administration kritisiert, die sich durch die Ereignisse überraschen ließ, sowie nichts zum Ausgleich arabischer und jüdischer -Interessen getan habe, und für die Zukunft eine energischere Durchführung des Mandates verlangt. Aenderungen im Sekretariat der Mandatskommission. Sekretär F. T. B. Friis (Däne) verläßt am 1. September seinen Posten. Es verbleiben im Sekretariat V. Catastini, Direktor (Italiener), de Haller (Schweizer), und d'Andrade (Portugiese). Außer dem Nachfolger von Friis wird noch ein Sekretär speziell für die „A"-Mandate ernannt werden. Beschluß der Volkerbundligen. Auf der 14. Jahreskonferenz des Weltverbandes der Völkerbundligen (Juni 1930) wurde eine Resolution der britischen Liga beschlossen, in der die Führer der Araber und der Juden aufgefordert werden, sich zu verständigen. Die Wohlfahrt der arabischen Nation ist mit der Errichtung des Jüdischen Nationalheims vereinbar. Die palästinensischjüdische Delegation erklärte, daß der Wunsch nach Verständigung bei ihr bestehe und daß sie gegen die Einwanderungssperre protestiert habe. Die Politische Kommission der Jewish Agency. Diese tagte Ende Juni in London. Sie protestierte gegen die Ueberschreitung der Kompetenz seitens der Shaw-Kommission, sowie die Sperre der Zertifikate, lehnte es ab, den Bericht eines Experten (Sir John Simpson) als Verdikt über die Zukunft des Jüdischen Nationalheims zu akzeptieren und erklärte, keine mit der jüdischen