Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Article
- Die Aufgaben des Technikums in Haifa
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 270 (sequence 8)
- Language
- German
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270 Probleme erfordert eine Kombination von Laboratoriumstätigkeit mit Versuchen in der Natur, beziehungsweise auf dem Bau und in der Werkstatt. Auch hier ist das Technikum berufen, eine führende Rolle zu übernehmen. Doch so wichtig und dringend dies technische Versuchswesen auch ist, so zwingen doch die Fülle der zunächst liegenden Aufgaben und das Gebot finanzieller Einschränkung, diese Forderung vorläufig zurückzustellen. Die Dreiheit der Industrie, Handwerk und Bauwesen fördernden Aufgaben — Erziehung, Weiterbildung und Versuch — stellen das Technikum unmittelbar in den Dienst des palästinensischen Aufbauwerks. Doch außerdem ist es noch von einer anderen Seite her berufen, an der Lösung einer besonders wichtigen nationalen Aufgabe mitzuwirken. Eines der brennendsten Erziehungsprobleme ist die berufliche Ausbildung der schulentwachsenen Jugend. Nur vereinzelte, zum Teil unzulängliche Einrichtungen dienen dieser Aufgabe. Das Streben nach produktiver Arbeit, das die Jugend erfüllt, kann nur unvollkommen befriedigt werden, und darum werden gerade die Besten von Mißstimmung und Unzufriedenheit erfüllt. Die von Jahr zu Jahr anwachsenden Reihen der arbeitenden Jugend verlangen, ihnen durch eine geordnete Berufsvorbereitung den Weg zu einer aussichtsreichen Zukunft zu eröffnen. Auch die seit dem Einsetzen der fünften Alijah wieder stärker anwachsende Welle von Chaluzim wird eine Anzahl von ausbildungsbedürftigen Anwärtern für verschiedene technische Berufe stellen. So erwächst auch von dieser Seite her dem Technikum eine eminent wichtige Mission und fordert von ihm — im Gegensatz zu seiner bisherigen Isolierung — sich mitten in den vollen Strom der Regeneration des jüdischen Volkes zu stellen. Die Erkenntnis der tatsächlichen Aufgaben des Technikums und die aus der Vergangenheit gewonnene Erfahrung zwingen uns zu der Schlußfolgerung, daß sein bisheriger Weg nicht der richtige war. Die verantwortlichen Instanzen sollten endlich den Mut haben, hieraus die Konsequenzen zu ziehen und Ziel und Arbeit der Anstalt mit einem entschiedenen Ruck wieder auf ihren Ausgangspunkt zurückzuwerfen. Ein solcher Schritt mag äußerlicher Betrachtung als Rückentwicklung erscheinen, in Wirklichkeit eröffnet er den Weg zu segensreichem Fortschritt. Das vergebliche Nachjagen nach noch so hohen Zielen, wenn sie irreal sind, ist ein Geringeres als die wirkliche Erfüllung einer bescheideneren Aufgabe, die der Gesamtheit dient. Je früher das