Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 7-9 (Juli 1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379883-2379889--10864-2391937- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
PALÄSTINA MONATSSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XIII. Jahrg. Juli-August-September 1930. Nr. 7—9 Boden- und Immigrationspolitik im Shaw-Bericht. Von Dr. Chajim Arlosoroff, Tel-Aviv. An zwei großen ökonomischen Problemen versucht die Kommission den indirekten Beweis dafür zu führen, daß der Widerspruch in den Aufgaben des Palästina-Mandats unüberbrückbar ist und daß wir in ihm die Wurzel der August-Unruhen zu sehen haben. Die beiden Probleme heißen Land und Immigration. Beide sind überall und immer komplizierte wirtschaftliche und soziale Fragenkomplexe, die eigentlich nur von wirklichen Fachleuten nach sehr sorgfältiger Prüfung des Tatsachenmaterials und aus langjähriger Erfahrung heraus behandelt und entschieden werden können. In Palästina werden diese Fragen durch die komplizierte Verflechtung moderner Kolonisation mit einer stationären orientalischen Wirtschaft und dem vorsintflutlichen Treiben der Beduinen noch mehr verwickelt. Unter diesen Bedingungen gehört ein mehrfaches Maß von Sachkenntnis wirtschaftspolitischer und soziologischer Einsicht und Urteilsfähigkeit dazu, um zu haltbaren Schlüssen in diesen Fragen zu kommen. Man hätte erwarten dürfen, daß eine Kommission, die ohne Aktivlegitimation sich an solche Aufgaben heranwagt, den Beweis für ihre Qualifikation liefern wird, zu einem so verwickelten und wichtigen Problemkomplex Stellung zu nehmen. Die Kommission hat das Gegenteil davon getan. Es ist mit Recht gefragt worden, ob nicht schon ganz allgemein die Methode, die die Kommission angewandt hat, um diesen sozialökonomischen Problemen zuleibe zu gehen — das Prozeßverfahren mit Anklägern, Verteidigern und Kreuzverhör, dazu noch vor landesfremden Richtern, ein beredtes Zeugnis