Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1930)
- Article
- Die Weizenbilanz [Nachricht]
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 225 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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schlechter Lage. Einheimischer Weizen kostete in Haifa pro Tonne in den letzten Jahren 11,4, 10,7 und 13,7 £, indes er diesen Winter 8,9 £ notierte. Eine erhöhte Ausfuhr ist gegenwärtig wegen der Lage am Weltmarkt und der hohen Frachten und Zölle unmöglich. Am 1. April 1930 wurde erhöht: der Zoll für Weizen von 1,05 £ auf 2,25 £ pro Tonne, für Weizenmehl von 1,75 £ auf 3 £ pro Tonne. Da die Differenz zwischen beiden Zöllen unverändert geblieben ist, so ist es den Mühlen nach wie vor unmöglich, etwa australischen Weizen zu vermählen. Auch bleibt die Einfuhr von Transjordanien und Syrien zollfrei. Dagegen dürfte der Import von australischem Mehl zurückgehen, aber nicht in großem Ausmaße. Für normale Verhältnisse (normales Erntejahr) genügte die Erhöhung des Mehlzolls. Wahrscheinlich wird auswärtiger Weizen über Syrien, wo der Zoll niedriger ist, den Weg nach Palästina finden. Alle Erwägungen sprechen dafür, daß die heimischen Farmer und die Mühlenindustrie nur an einem erhöhten Mehlzoll ein besonderes Interesse haben. Die Neuansiedlung. In einem Referat auf der KH.-Pressekonferenz vom 20. Mai sagte Ruppin darüber folgendes: In der Londoner Sitzung habe ich vorgeschlagen, daß man auf dem Boden des KKL., über den dieser bereits verfügungsberechtigt ist, im Laufe der nächsten drei Jahre 3500 Familien ansiedelt. Die betreffende Fläche ist zirka 120.000 Dunam groß. Ich habe für diese Kolonisation einen Betrag von 2,25 Millionen Pfund verlangt, aber das Administrativkomitee hat die Ansiedlung von 1000 Familien in der Form beschlossen, daß für jeden Siedler eine Fläche von 13 bis 15 Dunam, davon 7 Dunam für Orangenbau, vorgesehen wird. Auf diese Weise wird die Ansiedlung jeder Familie zirka 350 £ kosten und die für die Ansiedlung von 1000 Familien erforderliche Summe 350.000 £ betragen. Ich hoffe, daß dieser Betrag im Laufe des Sommers in unseren Händen ist und wir im nächsten Jahre mit der Ansiedlung von 1000 Familien beginnen können. Außerdem rechnen wir mit einer Ansiedlung von 500 Familien aus dem Mittelstande. Sie wissen, wie schwierig die Lage der Juden in Polen ist. Es wäre eine wirkliche Rettung, wenn wir wenigstens 500 Familien zur Ansiedlung nach Palästina bringen könnten. Der Keren Kajemeth hat für diese 500 Familien 20.000 Dunam Boden in der Haifa-Bucht und in Samaria zur Verfügung gestellt, so daß wir hoffen, daß die Männer, die es übernommen haben, die Mittel für die Ansiedlung von 1000 Arbeiterfamilien aufzubringen, auch das Geld für diese 500 Familien beschaffen werden. Jede dieser Familien soll ein eigenes Kapital von 300 £ haben, während der Keren Hajessod und seine Freunde die darüber hinaus erforderlichen 400 bis 500 £ zur Verfügung stellen werden. Die Konsolidierung der bestehenden Siedlungen erfordert noch 250.000 £. Zwölf Kolonien sind schon selbsterhaltend, zwölf weitere werden es in Kürze sein. Die Konsolidierung der Siedlungen. Das Landwirtschaftsdepartement der Exekutive der J.-A. erstattete darüber soeben einen ausführlichen Bericht. Wir haben über diesen Gegenstand bereits in Nr. 3, S. 101, Daten veröffentlicht und entnehmen zusätzlich dem Berichte noch die folgenden Ausführungen: Der KKL. übernahm 1200 Dunam bei Milhamia, durch die in Kfar Gun und Kinereth die Bodenfläche auf zirka 75 Dunam pro Familie (davon 20% bewässert) vergrößert wird. In Ghittin wurde die Zahl der Familien von 40 auf 30 herabgesetzt, wodurch jede 120 Dunam behält, während die abgehenden 10 Familien sich in der Pflanzungszone niederlassen werden. Im Kischongebiet übernahm der Keren Hajessod 6000 Dunam in Djedda von der Zion. Commonwealth, davon werden 2500 für Kfar Jehoschua und 3500 für Beth Sheari und Irgun Hamisrachi verwendet; ferner 7100 Dunam in