Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA MONATSSCHRIFT FÜR DEN AUFBAU PALÄSTINAS XIII. JAHRG. (Neue Folge, IV. Jahrg.) Juni 1930 NR. 6 Uber die Wandlungen in der Struktur des Grundbesitzes in Palästina. Von Dr. A. Cranovsky, Jerusalem. Nachfolgende Arbeit ist ein Kapitel aus einem demnächst erscheinenden Buch des Autors über das arabische Pachtwesen in Palästina. Eine für die Wirtschaftsgeschichte Palästinas im letzten Jahrhundert ^charakteristische Erscheinung ist die Konzentrierung des Grund und Bodens in den Händen einer kleinen Gruppe von Besitzern. Die Bildung des Großgrundbesitzes ist in den letzten fünfzig bis sechzig Jahren besonders stark hervorgetreten. Sie ging bis zum Weltkriege in einem sehr raschen Tempo vor sich, denn die Ausdehnung des Großgrundbesitzes und seiner unvermeidlichen Begleiterscheinung — der Pacht — ist mit den im türkischen Reiche herrschenden Wirtschaftsverhältnissen unzertrennlich verbunden. Wie überall in der Welt, zog die Entwicklung des ^Großgrundbesitzes die Verbreitung der Pacht nach sich, denn die Großgrundbesitzer waren weder geneigt noch imstande, die Bewirtschaftung ihrer Güter selbst zu übernehmen. Sie zogen es vielmehr vor, ihre Ländereien gegen eine Beteiligung am Ernteertrag in Pacht zu vergeben. Der Prozeß der Konzentrierung des Grundbesitzes setzte sich aber auch nach Beendigung des Weltkrieges weiter fort, trotz der von der englischen Verwaltung getroffenen Maßnahmen gegen das Aufkaufen von Ländereien. Der Aufkauf von Böden hatte immer einen gewissen spekulativen Charakter, in der letzten Periode aber trat dieser ganz unzweideutig hervor. Die in- und ausländischen Kapitalisten, welche Böden in Palästina in großem Maße erwarben, dachten vor allem daran, dieselben weiterzuverkaufen, sobald eine wesentliche Steigerung der Bodenpreise eintreten würde. Das Land wurde von ihnen als Spekulationsobjekt be-