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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 188

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
[Rezension]
Date
1930-04-01
Page
Seite 188 (sequence 2)
Language
German
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es gelungen, Bewegungen im Fluge festzuhalten, so daß manchmal direkt ein Filmeindruck entsteht (insbesondere bei dem prächtigen „Hora"bild Nr, 206). Nirgends findet man so viele arabische Typen abgebildet wie hier, deren Ähnlichkeit mit den jüdischen wird dadurch sehr eindrucksvoll. (Man sehe z. B. den Charakterkopf eines alten Arabers, Nr. 39, oder den Hirten, Nr. 60.) Auf vielen Bildern kommt die ungebrochene Kraft der beduinischen Araber zum Ausdruck, einer gesunden und lebensfrischen Rasse. Ein arabischer Hirte (Bild Nr. 77) zeigt so überschäumenden Lebensmut wie etwa Jung-Siegfried. Ein anderer, älterer arabischer Hirte, der ein Schaf badet (Nr. 60), scheint direkt aus der biblischen Zeit zu stammen. Zahlreich sind auch die jüdischen Typen, insbesondere die Kinder. Man wird versucht, über den Bildern den Text zu übersehen, doch ist dieser keine bloße Einleitung zu ihnen, sondern wie von dem berühmten Geographen Prof. Almagio nicht anders zu erwarten — der Verfasser arbeitet an einer wissenschaftlichen Geographie Palästinas, deren Erscheinen man mit Spannung entgegensehen kann — eine interessante Darstellung der Geographie und der natürlichen Bedingungen Palästinas, seiner Geschichte und seiner Bevölkerung. Es wird auch ein Uberblick über die Kolonisation, die Verkehrsmittel, die Städte gegeben usw. (Bei der Erwähnung der Industrie, S. 95, fehlt die Angabe, daß die betreffenden Fabriken jüdische Gründungen sind und sich die mitgeteilte Statistik auf die jüdische Industrie beschränkt.) Die Darstellung ist überall eine vollkommen originelle, immer von historischen Reminiszenzen durchleuchtet. Almagio will nur Tatsachen geben und enthält sich der Erörterung politischer, sozialer und kultureller Probleme. Er will, wie er im Vorwort sagt, völlig objektiv bleiben; um so merkwürdiger ist es, daß er sich über die Frage des Judenstaates äußert. Er hält eine Dichtigkeit von 75 bis 80 Einwohnern pro Quadratkilometer für das äußerst erreichbare (wobei er Vergleiche mit anderen Ländern, die ähnliche Bedingungen aufweisen, zieht, z. B. hat das dichtest besiedelte Gebiet, das hier in Vergleich kommen kann, der Libanon, 64 Einwohner pro Quadratkilometer). Palästina ohne Transjordanien könne daher höchstens zwei Millionen Einwohner haben, und da sich die gegenwärtige Bevölkerung (sie ist zirka eine Million) stark vermehrt, so sei wenig Platz für Zuwanderer. Selbst wenn Transjordanien und die Sinaihalbinsel einbezogen worden würden, so bliebe doch die Majorität der Juden in der Diaspora zurück (S. 106). Es ist müßig darüber zu streiten, welche Aufnahmsfähigkeit Palästina hat, man könnte z. B. den deutschen Nationalökonomen Ballod zitieren ,der ausgeführt hat, daß sechs Millionen Menschen in Palästina allein von der Landwirtschaft leben könnten. Man könnte auch mit gutem Grund behaupten, daß Haifa in Kürze ein zweites Alexandrien werden würde, das allein eine halbe Million Einwohner hat. Wie kann man daher sagen, in Palästina haben nur zwei Millionen Menschen Raum! Almagio glaubt, daß jahrelang die jüdische Einwanderung klein bleiben wird und hält das Programm Ruppins, das dieser in unserer Zeitschrift (1928, Heft 8/10) entwickelt hat, in zehn Jahren eine jüdische Bevölkerung von 400.000, für optimistisch. Das Schlußkapitel ist eine ausführliche Tourenbeschreibung, beginnend vom Eintritt in Kantara bis zu den nördlichsten Kolonien. Wie der Verlag mitteilt, werden die Bilder mit einer Vorrede in deutscher, französischer, englischer, hebräischer und jüdischer Sprache auch separiert ediert werden. (Preis für jede Ausgabe 13 Mk.) Adolf Böhm. Die Staatenbildungen in den arabischen Teilen der Türkei sei« dem Weif kriege nach Entstehung, Bedeutung und Lebensfähigkeit von D*r. E r i c h Topf, Hamb urgisehe

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