Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Die Industriezählung [Nachricht]
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 184 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Auf Jerusalem, Jaffa und Tel-Aviv entfallen 78% des in der gezählten Industrie investierten Kapitals, 67% der Produktion, 80% der Pferdekräfte. In Jerusalem herrscht Kleinindustrie und Handwerk vor, die fortgeschrittenere Industrie ist in Haifa und Tel- Aviv zu finden, die 17% der gezählten Unternehmungen 31% der Arbeiter, 55% des Kapitals, 39% der Produktion aufweisen. In bezug auf Kapitalsinvestition steht Haifa mit seinen großen Unternehmungen an der Spitze (35%). — Wie uns von dem Departement für Zölle und Handel mitgeteilt wurde, entspricht die Nachricht, dieses hätte die Zählung zurückgezogen, nicht den Tatsachen. Der Preis des Berichtes über die Zählung ist 200 Mil (4 Mark). Die Arbeiten am Toten Meer. Gegenwärtig sind bereits 70' jüdische Arbeiter beschäftigt, deren Zahl noch erhöht werden soll. Zu den Arbeiten werden nur Personen zugelassen, die auf Grund einer strengen Untersuchung als tauglich erklärt wurden. (Bekanntlich herrscht in der Senke des Toten Meeres ein tropisches Klima.) Die Silikatfabrik in Tel-Aviv. Nach einjährigem Feiern hat diese kürzlich wieder den Betrieb aufgenommen. Sie wurde von Ing. Tuvim und Mr. Magnat gepachtet. Die tägliche Erzeugung in einer Schicht ist 20.000 Ziegel (die Hälfte der Kapazität). Der Preis der Ziegel pro 1000 ist auf 2.6 £ gefallen. Seidenfabrik Deinner. Auch diese Fabrik, die lange gesperrt war, wurde wieder — im April — in Betrieb gesetzt. PRESSE. Die arabische Presse. Die arabische Presse Palästinas hat sich nach den Unruhen sehr entwickelt, sowohl was die Zahl der Zeitungen wie die Häufigkeit des Erscheinens anbetrifft. Diese Entwicklung wurde durch Subventionen der Arabischen Exekutive ermöglicht. Die Zeitung „Falastin" besitzt eine englische Wochenausgabe. In Palästina erscheinen zurzeit die folgenden 16 arabischen Blätter: „Falastin66, Jaffa, Tageszeitung. Herausgeber und Redakteur Issa Daud al Issa, griechisch-orthodoxer Christ, gilt als das einflußreichste arabische Organ. Vor den Unruhen in Opposition zum Obersten Mohammedanischen Rat und zur Husseini- Familie. Seit den Unruhen hat das Blatt diese OppositionsStellung aufgegeben. „Ul Djamia ul Arahia", Jerusalem, erscheint dreimal wöchentlich. Verantwortlicher Redakteur Munif el Husseini, ein Mohammedaner; gilt als offizielles Organ des Obersten Mohammedanischen Rates und der Arabischen Exekutive. Ebenfalls einflußreiches Organ, „Marat el Schark", Jerusalem» erscheint dreimal wöchentlich. Herausgeber Bulat Schahada, arabischer Christ; galt früher als Organ der Naschaschibis und stand deshalb im Gegensatz zu den arabischen Zentralinstitutionen. In letzter Zeit trat einer der Führer der arabischen Jugend, Ichram Saitar, in die Redaktion ein und seitdem ist die Haltung des Blattes gegenüber dem Zionismus sehr scharf geworden. „Sarat el Moustakim", Jaffa, Tageszeitung. Herausgeber Abdallah el Kalkiii, Mohammedaner. Einflußreich in Jaffa. Vor den Unruhen Oppositionsorgan, dann, in der ersten Zeit nach den Unruhen, konform mit der Arabischen Exekutive, jetzt (Fragen der Delegation) wieder in Opposition. „El CarmeP, Haifa, dreimal in der Woche. Herausgeber Nadjib Nassar, Christ. Ältestes arabisches Organ des Landes, einflußreich. Vor den Unruhen Oppositionsorgan, was es nach einer Unterbrechung wieder geworden ist; gilt als Organ der „nördlichen Opposition".