Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Die Tätigkeit des Hilfsfonds [Nachricht]
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 176 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379883-2379887-2391203--10585-2391384- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hebron 1× ep/1047559
OCR text
Besondere Aufmerksamkeit wurde der Fürsorge für Witwen und Waisen geschenkt. Sie erhielten Wohnungen, Kleider, Ernährung und Hilfe in verschiedenen anderen Formen; ein Betrag von 25.000 £ wurde für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Der Hilfsfonds unterstützt die Witwen ferner hei der Gewinnung einer neuen Existenz. Witwen, die infolge ihres Alters nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu erhalten, bekommen eine laufende Unterstützung. Die Waisen erhalten Schulunterricht und eine Fachausbildung bis zu dem Alter, in dem sie sich selbst erhalten können. Auch die Fürsorge für die Invaliden fällt in das Bereich der Tätigkeit des Hilfsfonds. Ein Teil der Verletzten wird nach einigen Monaten oder nach einem Jahre die Arbeit wieder aufnehmen können. Bis dahin werden sie aus den Mitteln des Hilfsfonds unterstützt werden. Den dauernd Invaliden wird die Möglichkeit gegeben werden, zu einem anderen Beruf überzugehen oder ihre Angehörigen erhalten entsprechende Unterstützung, damit sie ihrerseits die nötigen Schritte tun können. Annähernd 1000 Anleihen wurden durch den Hilfsfonds an Kaufleute und Handwerker gegeben, die durch die Unruhen gelitten haben und eine Auszahlung von Entschädigungen durch die Regierung erwarten. Der Betrag dieser Anleihen beläuft sich auf zirka 40.000 £. Die Anleihen waren notwendig, weil die Regierung ihren ursprünglichen Entschluß, Vorschüsse auf Konto der Entschädigungen zu geben, nachträglich wieder aufgehoben hat. Darlehen im Betrage von zirka 15.000 £ wurden an Händler, Industrielle und Handwerker, die durch die Unruhen mittelbar gelitten haben, gegeben. Für Rechtshilfe war ein Betrag von 7500 £ im Zusammenhang mit der Vertretung von Entschädigungsforderungen usw. erforderlich. Der Hilfsfonds nahm sich auch der Familien der während der Unruhen wegen Selbstverteidigung Verhafteten an. Für die Errichtung von zentralen Wohngebäuden, Sperrzäunen, Straßenbauten, Telephonen in den Siedlungen wurde ein Betrag von 26.500 £ bestimmt. Ein weiterer Betrag von 10.000 £ wurde für den gleichen Zweck zur Verfügung gestellt, da auch die Regierung für den Bau von Verbindungsstraßen der abseits gelegenen Siedlungen mit den Hauptchausseen einen entsprechenden Betrag ausgeworfen hat. Alle diese Maßnahmen dienen der Verbesserung der Sicherheitsverhältnisse im Lande. — Wiederaufbau. Über die Fragen des Wiederaufbaues schreibt Dr. Fritz Löwenstein in Nr. 28 der „Jüdischen Rundschau". Das Hilfskomitee hat beschlossen, die Punkte Kfar Uriah und H u 1 d a h nicht wieder zu besiedeln, da sie nicht wirtschaftlich zukunftsreich seien, in Moza und Artuf den früheren Siedlern die Rückkehr zu ermöglichen, dagegen Ber Tuwiah im größeren Umfang wieder aufzubauen. Der Boden wurde dem KKL. übergeben, es soll ein Moschaw Owdim von 50 Familien früherer Legionäre angelegt werden. (Siehe auch Rubrik „Landwirtschaft".) In S a f e d wird mit einem Beitrag des Hilfsfonds von 25.000 £ ein kleines jüdisches Viertel und ein Handelszentrum gebaut. Nach Hebron werden die geflüchteten Juden nicht mehr zurückkehren, vielleicht auch noch die verbliebenen 40 Familien auswandern. Für Jerusalem wurde der Bau von 150 Häuschen in den äußeren Vierteln mit Anteilnahme des Hilfsfonds beschlossen, ferner sollen zwei große Häuser in dem unsicher gelegenen Sanhedriah gebaut werden. Aufwendungen. Wir haben die bisher vorliegenden Ziffern bereits in Nr. 3.