Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Die Werkosteuer [Nachricht]
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 174 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379883-2379887--10575-2391382- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
der Türkenzeit zahlen, die Juden nach dem heutigen, da bei Besitzübergang der Kaufpreis als Grundlage genommen wird. Welche groteske Mißverhältnisse dadurch entstehen, haben wir schon 1927, S. 298, bei Böden, die von der PLDG. gekauft worden sind, nachgewiesen. Z. B. wurden von dieser in Jerusalem ein Boden gekauft, von dem der Eigentümer 20 £ Werko zahlte, indes die PLDC. infolge Neubesteuerung nach dem Kaufpreis 600 £ zahlen mußte. Über dieses Thema schreibt A. Landau in der letzten Nummer von „Palestine and Near East". Er zeigt, daß im Gegensatz zu Zehent und Viehsteuer, deren Erträge immer mehr abnehmen, jener der Werko zunimmt und einen immer größeren Prozentsatz der Einnahmen der Regierung ausmacht. Von 1921/22 bis 1928 stiegen die Erträgnisse dieser Steuer infolge der Aufbauarbeit der Juden und ihrer Bodenkäufe (namentlich in den Städten) um 66% (186.611 gegen 126.101 £). Ein Beweis dafür, daß die jüdische Aufbauarbeit die Hauptursache dieser Steigerung ist, zeigt das Steigen der Eingänge aus der Steuer in Tel-Aviv: 1929: 4000, 1926: 25.000, 1928: 28.000 £, gegenüber nur 23.000 £ von Jaffa, trotzdem diese Stadt der Haupthafen ist und in der Summe auch die großen Zahlungen von Orangengärten enthalten sind. Von diesen 23.000 £ fallen überdies 6000 £ auf jüdische Vorstädte von Jaffa. Zieht man bloß diese ab, ohne die Pflanzungen zu berücksichtigen, so zahlt Tel-Aviv 28.000, dazu jüdische Vorstädte von Jaffa 6000 34.000 £, dagegen Jaffa bloß 17.000 £, also die Hälfte! Der ganze Jerusalemdistrikt, umfassend die Hauptstadt, ferner Bethlehem, Ramallah, Beit Jala, Jericho usw. zahlt 39.000 £, also nicht viel mehr. Wir haben in Nummer 10/11, 1929, S. 39, mitgeteilt, daß das neue Werkosteuergesetz viele Anregungen Dr. Granovskys aufgenommen und die Steuer auf maximal 9% der Reineinnahmen herabgesetzt hat und verschiedene Ermäßigungen für Eigenwohnungen, Geschäftshäuser und Industriebauten eingeführt worden sind. Die Regierung erwartet ein Sinken ihrer Einnahmen. Landau teilt aber mit, daß Tel-Aviv höchstens 10%, Jaffa aber 50% weniger als bisher zahlen wird, er schätzt, daß Tel-Aviv allein nicht weniger als 20% der Gesamteinnahmen beisteuern wird. Dies ist nicht zum wenigstens darauf zurückzuführen, daß vom Häusereinkommen die Zinsen der Hypotheken, die dort sehr hoch sind und meist die Hälfte der Einnahmen verschlingen, nicht von der Besteuerungsgrundlage abgezogen werden dürfen. Hier müßte eine Änderung eintreten. JEWISH AGENCY. Tagungen. Vom 16. bis 23. März tagte das Zionistische Aktionskomitee und anschließend bis 27. März das Administrative Gomitee der Jewish Agency in London. Exekutive der Jewish Agency. In dieser Sitzung wurden bis 1. Oktober folgende Mitglieder für die Exekutive der J. A. nominiert: 1. Neun Mitglieder der Zionistischen Exekutive: Weizmann, Sokolow, Rabbi Berlin, Brodetzky, Kaplansky, Kisch, Rosenblüht, Dr. Ruppin, Sprinzak. 2. Drei Vertreter der Nichtzionisten: Dr. Hexter, Doktor Werner Senator, Julius Simon. 3. Wurde von den Nichtzionisten der Präsident der Waad Leumi, Ing. Ruthenberg, als „Mitarbeiter der Exekutive" nominiert. Die vom XVI. Kongreß in die Zionistische Exekutive gewählten Mitglieder Barth, Lipsky, Sacher und Szold, die nicht in die Exekutive der J. A. nominiert wurden, verbleiben in jener der Zionistischen Organisation. Politische Resolutionen. In der Londoner Sitzung hat das A. C. der Jewish Agency folgende Beschlüsse gefaßt (in sinngemäßer Kürzung): 1. Der jüdischen Bevölkerung in Palästina wird die Bewunderung für die Stand-