Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Die arabischen Parteiungen [Nachricht]
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 173 (sequence 2)
- Language
- German
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5. die sogenannte gemäßigte Partei mit Chassan Zidki Dajani, die eine Verständigung mit England sucht und dem Mandat für eine gewisse Zeit zustimmt; 6. die projüdische Partei, die ein mohammedanisch-jüdisches und nicht mohammedanisch-christliches Zusammengehen wünscht und an deren Spitze Mahmud Tavil steht; 7. die Bauernpartei, die nach Ansicht der Effendis von den Juden gegründet wurde; 8. die Jugendpartei, die selbst die Herrschaft übernehmen und der Effendiherrschaft ein Ende machen will. Der Arabischen Exekutive stehen die Zeitungen „Ul Djamia ul Arabia", deren Redakteure Husseinis sind, „Sowt Aschaab", „Marat el Schark" und „Falastin" zur Verfügung. Die gegen die Arabische Exekutive gerichtete Politik von Omar el Bitir wird von „Assirat el Moustakim" unterstützt. Dem Scheich Assad Schakir stehen die Haifaer Zeitungen „El Carmel" und „Nafir" zur Verfügung. Hamdi el Husseini hat kein besonderes Organ. Der neu gegründeten Partei des Chassan Zidki Dajani stehen fast alle Zeitungen zur Verfügung, weil er sehr angesehen ist. Die projüdische Partei ist auf das jüdisch-arabische Organ „El Salam" angewiesen. Der Jugendgruppe steht gelegentlich „Marat el Schark" zur Verfügung. (Siehe das Verzeichnis der Arabischen Zeitungen unter Rubrik „Presse".) — Eine neue Partei in Opposition zum Mufti mit dem Programm eines völlig selbständigen Palästina ist in Bildung. Sie wird sich „konstitutionelle" Partei nennen. Gründer sind angesehene Familien in Nazareth, Nablus, Akko und Djenin. Waffenschmuggel. Ein jüdischer Zollbeamter und zwei andere Juden wurden in Haufa im Zusammenhang mit einer Waffenschmuggelaffäre verhaftet, aber bald gegen eine Geldbürgschaft freigelassen. ÖFFENTLICHE VERWALTUNG. Die Einbürgerung. Im Laufe 1929 wurden 5002 Gesuche (Vorjahr 3455) um Erlangung der Staatsbürgerschaft eingereicht. Es wurden 4051 Bürgerschaftszertifikate erteilt. Schadenersatz. Wie schon mitgeteilt hat die Regierung 100.000 £ als Maximalsumme für die Entschädigungen für Verluste durch die Unruhen bewilligt. Nach den eben erschienenen Ausführungsbestimmungen ist die Skala die folgende: für Getötete unter 14 Jahren wird eine Entschädigung nicht geleistet, für. getötete Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren wird an die Angehörigen eine Maximalentschädigung von 100 £ ausgezahlt. Für einen getöteten Ehemann werden 250 £, für eine getötete Ehefrau 100 £, für ein getötetes Ehepaar 350 £ geleistet. An Personen, die infolge von Verletzungen, die sie während der Unruhen erlitten haben, vermindert erwerbsfähig geworden sind, werden Summen zwischen 5 und 100 £ ausgezahlt. Personen, die gemäß dieser Skala entschädigt werden, verzichten auf jeden Anspruch auf Entschädigung aus der Verordnung über Kollektivbestrafung. Die britischen Streitkräfte in Transjordanien. Im Unterhaus teilte Kolonialsekretär Sr. Shiels mit, daß für das transjordanische Grenzkorps für das laufende Jahr 34.000 £ bewilligt worden sind. Diese Streitkräfte bestehen aus einer Schwadron des Luftheeres, einer Abteilung Panzerautos und aus der lokalen Grenzmacht, zu der Großbritannien ein Sechstel der Kosten beiträgt. Die Werkosteuer. Wir haben über diese Steuer (auf Boden und Gebäude) und ihre Reform bereits vor längerer Zeit berichtet. (Siehe den Artikel von Dr. A. Granovsky über dieses Thema, Jahrg. 1928, S. 132.) Dr. G. hatte unter anderem darauf hingewiesen, daß die Araber die Grundsteuer meist nach dem niedrigen Wert aus