Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Organisierung der Fellachen [Nachricht]
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 172 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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arabischen Exekutive verfaßte Resolution gegen die Balfour-Deklaration unterzeichnete. Die arabischen Parteiungen. Die jüdische Presse bringt ausführliche Nachrichten über die verschiedene Haltung der einzelnen arabischen Richtungen. Auf der einen Seite steht der Mufti mit seiner extrem antizionistischen Politik, auf der anderen Seite stehen Mustafa Kasim Pascha, der Präsident der arabischen Exekutive, und der Bürgermeister von Jerusalem Ragheb Bey Nashashibi. Die Arbeiterzeitung „Dawar*4 vom 4. und 5. März enthielt hierüber Artikel von M. Assaf, der die Gründe dafür auseinandersetzte, warum nach einigen Monaten staunenswerter Einigkeit und Aktivität im arabischen Lager nunmehr die alten Gegensätze wieder in voller Schärfe hervorgetreten sind. Ein scharfer Gegensatz besteht im Lager der Husseinis zwischen dem Mufti und dem alten Führer Musa Kasim Pascha, den die vom Mufti geführte jüngere Generation für opportunistisch und für zu alt hält. Der Mufti hat in den letzten Monaten eine Reihe von Erfolgen über seine arabischen Gegner davongetragen. Das ganze Hilfswerk ist in seinen Händen, und die Arabische Exekutive hat keinerlei Einfluß auf die Verwendung der Gelder. Djemal Hossoini wurde ohne Zustimmung der Arabischen Exekutive nach London gesandt und seine Hauptaufgabe ist es, dort den Mufti als den großen nationalen Führer der Araber hinzustellen. Ein weiterer Erfolg des Mufti war die Entsendung der Delegation nach Amerika, deren hauptsächliche Mitglieder, die Brüder Arslan, seine besten Freunde sind. Diese Delegation soll ebenso wie die in nächster Zeit in die ganze mohammedanische Welt zu entsendenden anderen Delegationen in der Hauptsache der Stärkung der Stellung des Mufti gegenüber seinen arabischen Gegnern dienen. Das Spiel des Mufti ist um so leichter, als ihm keine geschlossene Opposition gegenübersteht. Die Opposition besteht in der Hauptsache aus drei Gruppen: die sich um Muza Kasim Pascha scharende Minderheit der Husseinis, die Christen und eine Reihe von arabischen Notabein mit ihrem Anhang. Nach den Unruhen gelang es dem Mufti, sich mit den letzten beiden Gruppen zu verbünden, wobei nach einer Behauptung des „El Carmel" abgemacht wurde, daß die Sitze in der kommenden nationalen Regierung zwischen der Gruppe des Mufti und den beiden Oppositionsgruppen aufgeteilt werden sollten. Auf diese "Weise gelang es dem Mufti, Musa Kasim Pascha in die Minderheit zu versetzen. Über den gleichen Gegenstand schrieb Abraham Elmaliach im „Hasman" vom 6. März. Er erklärt darin, daß die arabische Nationalbewegung in Palästina in den letzten Monaten nichts als eine schlechte Kopie derjenigen Maßnahmen gewesen sei, die die Nationalbewegung in anderen Ländern, besonders in Ägypten, zur Erringung nationaler Unabhängigkeit ergriffen habe, ohne daß aber in Palästina die objektiven Voraussetzungen für eine solche Bewegung gegeben sind. In Wirklichkeit sind noch heute die verschiedenen Parteien und die ihnen zur Verfügung stehenden Zeitungen weit mehr Familiengruppierungen als durch ein sachliches Programm geschiedene politische Parteien. Der Verfasser unterscheidet folgende acht Parteigruppen: 1. Die Arabische Exekutive mit Musa Kazim Pascha, dem sich neuerdings auch Nashashibi aus Haß gegen den Mufti angeschlossen hat; 2. die von Omar Effendi el Bitar geführte Gruppe der mit der Arabischen Exekutive nicht zufriedenen Familien; 3. die sogenannte religiöse Partei unter Führung von Scheich Assad aus Akko mit den Unzufriedenen aus Samaria und Untergaliläa; 4. die extreme Partei Hamdi el Husseinis, die weder England noch Mandat, weder die Familien noch die Juden will;