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Palästina · 1930-04-01 · Heft 4-5 (April 1930) · p. Seite 156

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 4-5 (April 1930)
Article
Das statistische Handbuch des Keren Hajessod [Rezension]
Date
1930-04-01
Page
Seite 156 (sequence 2)
Language
German
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Die Statistik in Palästina hat im allgemeinen zwei Hauptquellen: Die Arbeiten der Regierung und die Erhebungen der Zionistischen Exekutive sowie jüdischer Funktionäre. Die Regierung hat außer den von Amts wegen regelmäßig erhobenen Ziffern (Ein- und Ausfuhr, Schiffahrt, Finanzen, Bevölkerung, Zensus, Steuererhebung, Schule und Sanität usw.), die ihr in ihrer Verwaltungstätigkeit von selbst zufließen und die sie außer in ihren Berichten jetzt in „Blue Books" auch zusammenfassend publiziert, eigentlich nur wenig selbständige Erhebungen gemacht. Sieht man von der einzigen Bodenqualitätsschätzung Col. Sawers aus dem Jahre 1920 ab, so ist hier nur die Industrie- und Handwerkszählung aus dem Jahre 1928 (siehe Nr. 1/2 und 3 dieser Zeitschrift) zu nennen. Es sind aber große Zweifel an deren Richtigkeit und vollkommenen Brauchbarkeit zu erheben. Das Gros der palästinensischen Bevölkerung ist noch nicht dazu erzogen, statistische Erhebungsbögen — die auch in hochzivilisierten Ländern, wenn sie von Ämtern kommen, sehr mißtrauisch angesehen werden — objektiv richtig zu beantworten. Dagegen ist der jüdische Teil der Bevölkerung eher zu zifferngläubig. Man könnte ein Wort Goethe variiert auf sie anwenden: Sie glaubt, wenn sie nur Ziffern sieht, es müsse sich dabei auch etwas denken lassen. Jedenfalls ist diese Zahlenfrommheit eine sehr günstige Vorbedingung für Erhebungen. Solche sind von den zionistischen Behörden und Fonds stets in reichlichem Maß angestellt worden. Besonders hervorzuheben sind: Die große Enquete über die jüdischen Siedlungen (April 1927 in dieser Zeitschrift besprochen 1928, Seite 274), ferner die Untersuchungen der Histadruth, wie ihre Zählung der jüdischen Arbeiterschaft (bisher nach dem Kriege drei umfassende Erhebungen, die letzte 1929. Hieraus ist der Teil über die städtischen Arbeiter in Nr. 1/2 dieser Zeitschrift von Nemirovsky und Preuß bearbeitet worden). Die Berichte der Exekutive an die Kongresse, jene des KKL. und des KH. enthalten unter anderem stets eine nach lodernsten Gesichtspunkten durchgebildete Statistik. Die Stadt Tel-Aviv hat natürlich ein statistisches Amt, das die erhobenen Ziffern publiziert, ferner hat die Palestine Economic Society es sich zur Aufgabe gemacht, Materialien zu beschaffen und in ihren Bulletins (bisher vier Bände) zu veröffentlichen, unter denen besonders die vorzüglichen Spezialuntersuchungen von Dir. Harry Viteies (den Lesern dieser Zeitschrift auszugsweise bekannt) zu nennen sind. xAuch die Arbeiten von Dir. Volcani enthalten sehr viel mühevoll gesammeltes Material, ebenso der Expertenbericht der Joint Survey Commission. Das waren die Hauptquellen zur Zusammenstellung des vorliegenden Buches. Es beginnt mit den Tabellen des Zensus der Bevölkerung 1922. Da seither keine offizielle Zählung vorgenommen worden ist, so sind in zahlreichen Tabellen die seitherigen Veränderungen und auf Grund dieser der Stand, geschätzt für Juli 1929, angegeben. Hier wäre noch zu wünschen, daß bei den Einzelziffern auch die rein arabischen Städte angegeben wären, ebenso wären vielleicht bei einer nächsten Auflage Liniendiagramme oder Graphika angezeigt, aus denen die Bevölkerungsbewegung anschaulich ersichtlich wäre neben den vorhandenen Kreisdiagrammen. "Wie ausführlich die Angaben sind, erhellt daraus, daß diese Tabellen über Bevölkerungszahlen nicht weniger als 24 Seiten füllen. Dann folgen jene über Einwanderung (die als Auszug aus dem Buche schon vorher separat ediert worden waren), über natürliche Bevölkerungsbewegung, Gesundheitswesen und Landwirtschaft. Besonders begrüßenswert sind die genauen Angaben über die Produktion der einzelnen Früchte nach der Zehentschätzung. Es folgt dann die Wiedergabe der Zählung in den jüdischen Kolonien vom April 1927, ferner neues Material über die Investierungen der Juden in der Landwirtschaft. Daran schließen sich die Tabellen über den Außenhandel inklusive 1928 in begrüßenswert eingehender Spezifikation, mit Vergleichen gegenüber der Vorkriegszeit und interessanten Dia-

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