Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1930)
- Article
- Die Mandelkultur in Palästina
- Date
- 1930-04-01
- Page
- Seite 155 (sequence 3)
- Language
- German
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wurde verbessert, gilt jetzt als bester Platz für Mandeln; durch Gründüngung werden gute Ernten erzielt. Was die Erträge betrifft, so lieferten sechs Kolonien (Rischon, Rechowoth, Ber Jacob, Ness Zionah, Petach Tikwah und Gederah) 1924 586 t, 1925 662 t, hier kommt wieder die Unterschätzung bei Besteuerung stark zum Ausdruck, da die Steuerschätzungen von ganz Palästina in diesen Jahren viel niedriger waren. Trotz der kleinen Fläche hat Rechowoth höhere Erträge als Petach Tikwah (36% gegen 25% obiger Ziffer). Der Durchschnittsertrag in diesen Kolonien war in den letzten fünf Jahren 35 kg pro Dunam. Dies ist viel mehr als der oben angegebene Durchschnittsertrag. Rechowoth hat den höchsten von allen Kolonien, 45 kg (1924), 61 kg (1925) pro Dunam. Nach den vorliegenden Ziffern kann das Alter nicht als maßgebend für den Ertrag angesehen werden. Geldertrag. Die Kosten pro Dunam werden normal mit zirka 150 Piaster berechnet. Die Preise waren 1924 3.88 bis 4 Piaster, 1925 4.61 bis 5.12 Piaster. Petach Tikwah arbeitet meistens mit Verlust, ebenso Ber Jacob, dagegen Rechowoth immer mit Gewinn. Dieser war 1924 0.806, 1925 2.166 ägypt. £. Die Ansicht der Fachleute geht dahin, daß schlechte Erträge die Folge von ungenügender Düngung und zu wenig intensiver Arbeit sei. Da die Nachfrage und die Preise in den letzten Jahren gestiegen sind, steht es dafür, die Mandelpflanzungen auszudehnen, doch ist dazu ein langfristiger Kredit (auf drei bis sechs Jahre) nötig. Die Kosten zur Entwicklung eines Dunam sind gering, zirka 11 f, davon 5 für Boden pro Dunam. Die Anleihe müßte 8 f pro Dunam betragen. Eine gut angelegte Pflanzung kann 1.20 ägypt. £ pro Dunam tragen. Für vorbeugende Maßnahmen gegen die schädliche Wirkung der Bohrinsekten ist zu sorgen, denn wenn einmal die Larven sich eingenistet haben, ist es zu spät. Das statistische Handbuch des Keren Hajessod. Dieses lang angekündigte Werk ist soeben in einem XV und 274 Seiten starken Band, dreisprachig (hebräisch, deutsch, englisch), erschienen. Als Herausgeber zeichnet der Keren Hajessod, als Redakteur David Gurevich, der Leiter des statistischen Amtes der Zionistischen Exekutive, doch haben auch die Fachbeamten des KH. daran mitgewirkt. Insbesondere hat einer von ihnen, der Mitarbeiter unserer Zeitschrift, Dr. Alfred Bonne, an dem Zustandekommen des Werkes in dieser, jeder wissenschaftlichen Kritik standhaltenden Form ein großes Verdienst. Das Werk faßt alle bisher über Palästina bis 1928, teilweise bis 1929 erhobenen Zahlen in nicht weniger als 23 Abteilungen (126 Kapitel) zusammen. Wer beruflich mit dieser Materie zu tun hat, weiß, wie zeitraubend und umständlich es ist, irgendeine Ziffer, die man benötigt, zu finden. Die vorliegende Zeitschrift bemüht sich seit Jahren, zerstreutes Material zu sammeln; ihre fleißige Benützung durch alle Autoren, die über Palästina schreiben, zeigt, daß damit ein Bedürfnis erfüllt wird. Aber sie hat nicht den Raum, seitenlange Tabellen und Ziffernreihen zu geben. Im vorliegenden Buche werden nicht weniger als dreieinhalb Druckseiten Quellen angegeben, wobei viele gleichartige, z. B. ständige Jahresberichte, in einer Zeile zusammengezogen sind. Daraus kann man sich eine ungefähre Vorstellung davon machen, welche Arbeit die Zusammenstellung dieses Werkes verursacht hat.