Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- November 1929 [Nachricht]
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 1)
- Language
- German
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November 1929. Einwanderer 730 (620 Juden, 102 Christen und 8 Moslim). Auswanderer 298 (170 Juden, 108 Christen und 20 Moslim). Eine Feststellung des Internationalen Arbeitsamtes. Das I. A. A. veröffentlicht eine Studie über die Wanderbewegung in den Jahren 1925 bis 1927. Es ist daraus zu entnehmen, daß bei den Einwanderungsländern in dieser Epoche Palästina an der Spitze stand mit 1346 Zuwanderern pro 100.000 Einwohnern, es folgen dann Neuseeland mit 848, Argentinien mit 853, Australien mit 512 usw. LANDWIRTSCHAFT UND KOLONISATION. Der Zehute. In Nr. 14 von „Palestine and Near East" schreibt A. Landau ausführlich über die öffentlichen Finanzen. Von Interesse ist, daß die Einnahmen aus dem Zehnten (Oscher), die 1920/21 391.414 £ ergaben, im Jahre 1928 nur 184.632 f einbrachten, was der Mißernte zuzuschreiben ist. Allein dies brachte die Finanzen nicht in Unordnung, obzwar Palästina heute noch Agrarland ist, denn der Regierung sind durch die jüdische Einwanderung und Aufbauarbeit neue Einnahmsquellen erschlossen worden. Nachstehend eine Tabelle über die Belastung der Bevölkerung durch den Zehnten Zehnt, berechnet pro Kopf Zehnt, berechnet pro Kopf der landder Gesamtbevölkerung wirtschaftlichen Bevölkerung Finanzjahre: (zirka 400.000 Köpfe) 1. April bis 31. März (Beduinen nicht eingerechnet) Piaster Piaster 1920/21 60,3 97,8 1921/22 43,0 69,7 1922/23 31,2 50,7 1923/24 29,7 48,2 1924/25 41,9 68,0 1925/26 37,3 71,2 1926/27 26,9 51,3 Müs Mils 9 Monate 1927 (bis 31. D ezember) 257 510 1928 232 461 (1 Piaster ~ 21 Pfennig, 1 Mil 2 Pfennig) Im allgemeinen ist die Abnahme nicht etwa auf einen ständigen Rückgang der Ernten, sondern auf einen Fall der Preise zurückzuführen. So z. B. waren die durchschnittlichen Großhandelspreise in Palästina in Piastern: 1920 1925 1926 Weizen 100 kg..... 367 177 139 Gerste 100 kg..... 193 127 92 Selbst letztere Preise sind noch 30% über jenen des Friedens. Auch reduzierte die Regierung bekanntlich die Steuer von 12,5 auf 10%, ferner ist die Besteuerungspraxis sehr lax, soweit es sich um arabische Bauern handelt. "Wakfland (Besitz der religiösen mohammedanischen Stiftungen) zahlt nur 2 bis 2,5%. Dagegen werden bei den Juden sogar die Felder der Versuchsstation als Steuerobjekt behandelt. Auch wirkt der „Oscher", wie des öfteren ausgeführt, als eine Steuer vorn Rohertrag quasi wie eine Strafe für Intensivierung.