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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 59

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Neue Überfälle [Nachricht]
Date
1930-01-01
Page
Seite 59 (sequence 2)
Language
German
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Engländer und Araber statt. In der Nähe von Safed trieben sich Räuberbanden herum, was ein energisches und erfolgreiches Eingreifen der britischen Polizeikräfte zur Folge hatte. Auch Einbrüche bei Mohammedanern, wie beim Bürgermeister von Jerusalem und englischen hohen Beamten, sind zu verzeichnen. Auch in der Nationalbibliothek wurde eingebrochen. In Ejn Charod wurde eine Telephonzentralstation errichtet, wozu die Zionistische Exekutive beisteuern mußte. In der jüdischen Kolonie Meron bei Safed wurde eine Polizeistation etabliert. Reorganisation der Polizei. Der Generalinspektor der Ceyloner Polizei wurde nach Palästina berufen. Bodenkäufe der Katholiken. Das lateinische Patriarchat teilt mit, daß es 14.000 Dunam Boden erworben hat. Diese Böden schließen an die Böden von Beth Alpha an und sollten durch den Keren Kajemeth erworben werden. Das Patriarchat schloß den Kauf ab, während der Keren Kajemeth bemüht war, eine Anleihe von 50.000 £ zu erhalten, durch die ihm der Kauf dieser Böden möglich geworden wäre. Dies ist der zweite wichtige Bodenkomplex, den Monsignore Barlassina in den letzten Monaten erworben hat, wahrscheinlich für die Zwecke einer armenischen Siedlung. — Ein früherer Kauf bei Tul Keram wurde von uns schon gemeldet (Nr. 10/11, S. 67). Ein weiterer soll bevorstehen. Bodenkauf des Obersten moslemischen Rates. Der Oberste moslemische Rat hat um 6000 £ ein arabisches Besitztum von 3000 Dunam bei Kirjath Anawim erworben, das durch die A. P. C. zur Versteigerung kam. Von einem früheren Kauf haben wir schon in Nr. 10/11, S. 67, berichtet. ÖFFENTLICHE VERWALTUNG. Die öffentlichen Arbeiten. Die Nr. 15 von „Palestine and Near East" enthält eine Arbeit darüber von Ing. S. Ettinger, Professor am Technikum, Wir können aus der eingehenden Studie nur wenige Details bringen. Zu Beginn 1929 besaß Palästina 750 km erstklassige und 1500 km zweitklassige Straßen, gegenüber 460 und 1100 km im Jahre 1911. Die Zahl der Automobile im Verhältnis zur Bevölkerung ist größer als in Polen, Rumänien, Rußland. Die Kosten der Erhaltung der Straßen sind in Palästina sehr hoch. Der Verfasser meint, daß dies in der Verwendung ungeeigneten Steins liegt. Das Einkommen der Regierung an Zöllen für Automobile, Fahrzeuge, Benzin, Schmieröl sowie für Fahrlizenzen betrug 1928 172.000 £. Diese Einnahmen übersteigen die Kosten von Herstellung und Erhaltung der Straßen. Bei Anlage derselben werden die Bedürfnisse der jüdischen Siedlungen total vernachlässigt, was der Verfasser an verschiedenen Beispielen zeigt. Niemals werden arabische Siedler zu Kostenbeiträgen von Wegen herangezogen, wohl aber jüdische. Jüdische Arbeit wurde bei Öffentlichen Arbeiten nur im Jahre 1920/21 in größerem Maßstab verwendet (zirka 100.000 £). In den nächsten Jahren fielen diese Ziffern auf 10.100 (1922), 6800 (1923), 9500 (1924), 3800 (1925), Null (1926). Erst im Jahre 1927/28, anläßlich der großen jüdischen Arbeitslosigkeit, wurden bei Arbeiten im Werte von 132.500 £ von insgesamt 845.442 £ (15%) jüdische Arbeiter verwendet (gegenüber 37,5% im Jahre 1920/21). Dies geschah nur durch einen Druck, den Lord Plumer ausübte, 1929 fiel man wieder in die alte Praxis zurück. Gegenüber dem Einwand der Verwaltung, daß jüdische Arbeit zu teuer sei, sagt der Autor, daß für zehn- bis zwölfstündige Arbeit 80 bis 120 Müs (1,60 bis 2,40 RM.) bezahlt werden, womit ein europäischer Arbeiter nicht leben kann. Die Juden verlangen nur, daß sie nach ihrem Anteil an den lohnarbeitenden Bevölkerungsteil (40.000 bis 50.000, wovon 60% Juden sind) und den Einnahmen, welche die Regierung aus der jüdischen Bevölkerung zieht, beschäftigt werden. Viele

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