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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 28

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Arbeitsbedingungen der jüdischen städtischen Arbeiter Palästinas
Date
1930-01-01
Page
Seite 28 (sequence 11)
Language
German
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Von den 5510 Tageslohnempfängern verdienen 25,3% weniger als 150 Mil pro Tag, 48,1% zwischen 160 bis 300 Mil, 26,6% — 310 Mil nnd mehr. Die entsprechenden Zahlen 1922 lauten: weniger als 150 Mil — 9,9%, zwischen 160 bis 300 Mil — 60,8%, mehr als 310 Mil — 29,3%. Im Jahre 1926: weniger als 150 Mil — 18,2%, zwischen 160 bis 300 Mil — 50,6%, mehr als 310 Mil — 31,2%. Der Rückgang des Prozentsatzes der Arbeiter in den höheren und die steigende Prozentzahi in den niederen Lohnstufen ist deutlich ersichtlich. Die Gründe für diese Erscheinung sind: das Anwachsen der Zahl der Arbeiterinnen und der Arbeiterjugend unter der Gesamtarbeiterschaft, deren Lohn im allgemeinen niedriger ist als der der Arbeiter, sowie der lohndrückende Einfluß der Krise, speziell im Baugewerbe, ein Gewerbe, in dem Tageslohn vorherrscht, schließlich natürlich der Einfluß der großen Arbeitslosigkeit der Jahre 1926 und 1927. Die bisher angegebenen Zahlen beziehen sich auf das Durchschnittslohnniveau in allen Städten und Arbeitszweigen gemeinsam; allein eine ausführliche Zergliederung der Zahlen, nach Städten und Berufszweigen getrennt, zeigt die außerordentlichen Unterschiede im Lohnniveau in den verschiedenen Berufszweigen und auch Städten. Es ergibt sich, daß den ersten Platz in der Lohnskala Haifa einnimmt, dank den großen und modernen Fabriken, die sich in Haifa befinden und organisierte Arbeiter beschäftigen. An zweiter Stelle steht Tel-Aviv-Jaffa, das trotz der schweren Krise und trotz der Tatsache verhältnismäßig ausgedehnter Frauen- und Kinderarbeit nicht von seinem zweiten Platz herabsank, nur dank der starken gewerkschaftlichen Organisierung der Tel-Aviver Arbeiterschaft. Erst an dritter Stelle steht Jerusalem, wo die Zahl unorganisierter Arbeiter verhältnismäßig hoch ist. Was das Lohnniveau in verschiedenen Arbeitszweigen betrifft, so läßt sich folgende Gliederung aufzeigen: an erster Stelle der Lohnskala steht das Unterrichts- und Sanitätspersonal, danach kommen die Angestellten in öffentlichen Ämtern, Fabrikarbeiter, Bauarbeiter, Handelsangestellte und die Arbeiter in handwerklichen Betrieben. An letzter Stelle stehen die Arbeiter in Hotelbetrieben und die Hausangestellten. Zur Illustrierung dieser Angaben und der Hervorhebung der charakteristischsten Einzelheiten dienen die Tabellen 9 und 10. Die Tabelle zeigt deutlich die großen Lohnunterschiede in den verschiedenen Berufszweigen. Aus den angegebenen Zahlen ergibt sich, daß das Lohnniveau in Palästina sehr niedrig ist und sich hart an der Grenze hält, bei der es für einen in europäischer Kultur erzogenen Arbeiter eine Existenzmöglichkeit noch gibt*). Besonders drückend *) Ich möchte die Gelegenheit benützen, um ein paar Worte zu der Bemerkung von Dr. Bonne („Palästina", Februar-März, Nr. 2—3, S. 51) gegen meinen Aufsatz „Das Problem des Arbeitslohnes in Palästina" hinzuzufügen. Ich muß meine Behauptung, daß Dr. B. die Teuerung in Palästina nicht richtig einschätzt, wenn wir sie vom Gesichtspunkt der Kaufkraft des Lohnes aus betrachten, aufrechterhalten. Dr. B. bringt gegen meine Ausführungen ein Gegenzitat, das beweisen soll, daß auch nach seinen Feststellungen zumindest Milchprodukte, Fleisch und Kartoffeln erheblich teurer seien als in Europa. Sehr richtig, allein ich habe mich eben dagegen gewendet, daß Dr. B. trotz dieser Feststellung wenige Zeilen vorher auf derselben Seite (111) behauptet: „daß die Teuerung in Palästina nicht soviel größer ist als in andern Ländern", und gleich darauf: „daß die Preise ... mit Ausnahme von Milchprodukten... nicht als exorbitant bezeichnet werden können." Hier fehlen plötzlich so wichtige Produkte, wie Fleisch und Kartoffeln, und der Widerspruch liegt bei Dr. B. selbst. Was die Brotfrage betrifft, so fehlt in Dr. B.'s Haupttabelle auf S. 110, in der die

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