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Palästina · 1930-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1930) · p. Seite 24

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Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1930)
Article
Die Arbeitsbedingungen der jüdischen städtischen Arbeiter Palästinas
Date
1930-01-01
Page
Seite 24 (sequence 7)
Language
German
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basierter Form stetig erweiterten, aber in viel langsamerem Tempo. All dies führte dazu, daß Haifa nicht in demselben Maße Arbeiter aufzunehmen imstande war wie- Tel-Aviv. Jerusalem. Die Ergebnisse der Zählungen in Jerusalem zeigen deutlich, wie sehr verschieden zahlen- und berufsmäßig sich Jerusalem im Vergleich zu den anderen Städten entwickelte. Zunächst ist eine Steigerung der Gesamtzahl der Arbeiter zu verzeichnen, während sie in den anderen Städten fiel (siehe Tabelle 1). In allen Zweigen stieg die Zahl der Arbeiter außer in der Bautätigkeit. Was die Beziehungen der Arbeitszweige zueinander betrifft, so ist in Jerusalem zweifellos eine größere Stabilität festzustellen; die Ubergänge von einem Produktionszweig zum anderen sind geringer als in den übrigen Städten. Selbst im Baugewerbe, in dem ein gewisser prozentualer Rückgang gegenüber 1926 auch in Jerusalem zu verzeichnen ist, ist dieser Rückgang nicht so groß wie in den anderen Städten, und in absoluten Zahlen ist dieser Rückgang sehr gering (1926 — 1130 Bauarbeiter, 1929 — 1052 Bauarbeiter). Auch heute machen die Bauarbeiter 25% der jüdischen Gesamtarbeiterschaft aus. Die Gründe für die größere Stabilität der Berufszweige in Jerusalem läßt sich daraus erklären, daß die Baukrise dort nicht zu solchem Umfang gedieh, weil Jerusalem auch von der Bauhausse im Jahre 1925 nicht entsprechend berührt wurde. Auch die Folgen des Erdbebens im Jahre 1927 machten sich in Jerusalem, das mehr als die Hafenstädte gelitten hatte, in einer Belebung des Baumarktes durch die Notwendigkeit des Wiederaufbaues zerstörter Häuser in der Altstadt bemerkbar. Alle diese Gründe hatten zur Folge, daß die Zahl der Bauarbeiter in Jerusalem nur unbedeutend sank. Ungefähr 200 neue Arbeiter konnten Industrie und Handwerk durch Erweiterung bestehender und Errichtung neuer Betriebe, aufnehmen. Die Gründe für die erhebliche Steigerung der Zahl der Angestellten liegen in der Überführung verschiedener zionistischer zentraler Büros von Europa nach Palästina, dem Wachstum des Handels und der Ausdehnung verschiedener Zweige des öffentlichen Lebens, die geistige Arbeiter und Angestellte beschäftigten (Unterrichts- und Sanitätswesen, Büros usw.). Wie in den anderen Städten stieg auch in Jerusalem die Zahl der privaten Hausangestellten beträchtlich (von 150 im Jahre 1926 auf 500 im Jahre 1929). Mit anderen Worten: wie in den anderen Städten stieg auch in Jerusalem die Zahl der Arbeiter in den Gruppen A, D und E, allein die Zahl der beschäftigten Arbeiter der Gruppe C sank nicht wie in den anderen Städten. Hier liegen die Gründe für die Vermehrung der Zahl der Arbeiter um 1000 insgesamt und für die verhältnismäßig nicht bedeutende Änderung in der professionellen Struktur der Arbeiterschaft. Im allgemeinen ergibt sich, daß die städtischen Arbeiter aus der ökonomischen Krise trotz ihrer Schwere ohne allzu große zahlenmäßige Verluste (durch Auswanderung, Übergang in andere Berufe usw.) hervorgingen. Dagegen änderte sich die Zusammensetzung der Arbeiterschaft, wie wir sahen, erheblich, einmal durch Übergang von ungelernten und zeitweiligen Berufen (öffentliche Arbeiten, ungelernte Bauarbeit) zur Facharbeit, eine Erscheinung, der besondere Wichtigkeit in Hinsicht auf die Verwurzelung neuer Einwanderer zukommt, die zu erheblichem Teil im Ausland überhaupt nicht Arbeiter waren und zu produktiver Arbeit erst nach ihrer Übersiedlung übergingen. Diese Erscheinung ist als Tatsache fester Verwurzelung der Einwandererin den Städten zu werten.

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