Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Article
- Die Arbeitsbedingungen der jüdischen städtischen Arbeiter Palästinas
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 2)
- Language
- German
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verschiedenen, früher erfolgten Zählungen der städtischen Arbeiterschaft zeigen, daß die Zahl der städtischen jüdischen Arbeiter znr Zeit des Endes des Krieges 2744,1920 ungefähr 5000, 1923 —10.227, September 1926 — 17.953 und Februar 1929 —16.349 betrug. Der Zählung vom Februar 1929 kommt besondere Bedeutung im Hinblick auf die Tatsache zu, daß sie im Augenblick des Erlöschens der schweren ökonomischen Krise, die zweieinhalb Jahre hindurch in den Städten eine für palästinensische Verhältnisse massenhafte Arbeitslosigkeit zur Folge hatte, veranstaltet wurde. Ein Vergleich der Zählung vom September 1926 (dem ersten Jahre der Krise) und der von 1929 ermöglicht es daher, die Veränderungen zu erkennen, die die Krise in den Reihen der städtischen Arbeiter hervorrief. Die Zählung von 1929 ergibt die Zahl von 16.349 jüdischen Arbeitern (inklusive Arbeitslose), von ihnen 14.916 tatsächlich Arbeitende. Im Vergleich zur Zahl der Arbeiter im September 1926 (17.953) ergibt sich eine Verminderung um 1604 Arbeiter, die teils das Land verlassen haben, teils zur landwirtschaftlichen Arbeit übergegangen sind. Die Verminderung beträgt 8.9%. Allein nicht weniger aufschlußreich sind die ökonomischen Prozesse, die ein Vergleich der Zahlen in den verschiedenen Städten ergibt. Tabelle ]: Zahl der Arbeiter in den Städten: Name des Ortes 1926 1929 Differenz Tel- Aviv- Ja ffa......... 7.899 6.974 — 925 3995 4,481 + 486 Haifa............ 4.812 3.329 — 1483 392 295 — 97 Afuleh............ 419 295 — 124 163 100 — 63 — 500 + 500 Andere Städte und einzelne Arbeiter . 273 375 + 102 17.953 16.349 Während in allen anderen Orten die Zahl der Arbeiter sank (am bedeutendsten in Haifa —30.8%, Tiberias — 25.2%, Afuleh — 29%, Acco — 38.6%, Tel-Aviv — Jaffa 11.7%), stieg sie in Jerusalem, das unter der Krise viel weniger gelitten hatte, um 12.2%. In Naharaim kam durch den Beginn der Arbeiten des Ruthenberg-Elektrizitatswerkes ein neuer großer Arbeitsplatz hinzu. Zu der vorstehenden Tabelle ist zu bemerken, daß der Rückgang der Arbeiterzahl in Haifa in Wirklichkeit geringer ist, als aus der Tabelle hervorgeht, denn zur Zeit der Zählung im Jahre 1926 befanden sich in Haifa ungefähr 350 Arbeiter aus Tel- Aviv bei zeitweiligen Arbeiten. Selbstverständlich ist infolgedessen der Rückgang dec Zahl der Arbeiter in Tel-Aviv in Wirklichkeit größer, als es in der Tabelle erscheint (statt 11.7% — 15.5%, während der Rückgang in Haifa nicht 30.8%, sondern 25.4% beträgt). Allein auch diese Zahlen zeigen, daß der prozentuale Rückgang in Tel-Aviv geringer war als in den anderen Städten, obwohl die Krise in Tel-Aviv zweifellos am schwersten sich auswirkte. Sicher waren außer der Entwicklung der Industrie in Tel-Aviv gerade in der Krisenzeit 1927/28 (siehe unten) noch andere Einflüsse vorhanden, die in dieser Richtung wirkten: die Anziehungskraft der ersten jüdischen Stadt und die starke gewerkschaftliche Organisierung, die es den Arbeitslosen erleichterte, standzuhalten. Obwohl der absolute Rückgang um 1600 Arbeiter in den palästinensischen Verhält-