Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PALÄSTINA MONATSSCHFM t MU: DEN \\ Ff; U -PALÄSTINAS XIIL JAHRG. (Neue Folge, IV. Jahrg.) NR. 1/2 JÄNNER/FEBER 1930 Die Bedeutung der Bodenreserve, Von Dr. A. Granovsky, Jerusalem. 1. In der Geschichte der jüdischen Kolonisation in Palästina kann man zwei Methoden der Bodenbeschaffung unterscheiden. Die eine richtet sich nach den Notwendigkeiten des Tages und zielt auf den Erwerb von Böden hin, die für die unmittelbar bevorstehenden Kolonisationsarbeiten erforderlich sind. Die zweite Methode besteht darin, Ländereien als Beserve für die künftige Kolonisationstätigkeit nach einem für längere Zeit hinaus angelegten Siedlungsplan, der die Möglichkeiten der künftigen Entwicklung ins Auge faßt, zu erwerben. Ein Blick auf die bisherige Siedlungsarbeit der Juden zeigt uns, daß vor dem Weltkriege und während der ersten Jahre der Nachkriegskolonisation das erste System vorherrschte. Der zweite, für eine zielbewußte Bodenpolitik einzig zulässige Weg wurde erst in der allerletzten Zeit beschritten. Wir haben meistens diejenigen Böden erworben, die gerade zum Kauf angeboten wurden oder die für dringende Bedürfnisse des Siedhmgswerkes unentbehrlich gewesen sind. Ob es sich nun um landwirtschaftliche oder städtische Kolonisation, um die älteren oder die neuen Siedlungen, um den Süden oder den Norden des Landes handelt, überall kann dieselbe Erscheinung festgestellt werden. Wir waren vielleicht gezwungen, in dieser Weise vorzugehen, weil uns die bedeutenden Geldmittel fehlten, die erforderlich sind, um Ländereien in größerem Maßstabe zu erwerben, der weit über die unmittelbaren Bedürfnisse hinausgeht. Nur auf diese Weise ist der größte Teil der Bodenkäufe der Juden im Laufe der vierzig Jahre unserer Kolonisationstätigkeit überhaupt zu erklären. Dies aber ist die kostspielige Wirtschaft des armen Mannes.