Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 12 (1929)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1929)
- Article
- Die Staatsländereien [Nachricht]
- Date
- 1929-12-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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der jungtürkischen Revolution an den Staat fiel. Dieses Land kommt am meisten für Kolonisation in Betracht, es sind im ganzen 952.000 Dunam, von denen etwa 600.000 zusammenhängend im Jordantal liegen. Sie sind großenteils hewässerbar und deshalb für intensive Kulturen geeignet. Sie befinden sich heute im Besitz von Beduinen und Fellachen, die nur kleine Teile bestellen und 10% des Ertrages als Pachtzins an die Regierung zahlen. Im Jahre 1921 habe die Regierung eine Kommission ernannt, um die Rechtsverhältnisse dieser Pächter zu prüfen, mit dem Ziel, das Land zu verteilen und die Pächter zu wirklichen Eigentümern zu machen, gegen Zahlung von lVa £ für bewässerbaren und l1/* £ für unbewässerbaren Boden. Die Arbeit der Kommission jedoch habe sich in einer ganz anderen Richtung bewegt, indem sie den größten Teil der von ihr bisher verteilten Ländereien an Großgrundbesitzerfamilien gegeben habe, großenteils an solche, die gar nicht auf dem Boden wohnten und vielfach sogar sich im Auslande befanden. (Wir haben hierüber wiederholt berichtet, zuletzt in Nr. 10/11, S. 66.) Der Verfasser erläutert dies an vielen Beispielen. Verschiedene Nachrichten. In Nathania, 40 km nördlich von Tel-Aviv, wurde der Grundstein für die ersten 20 Häuser gelegt. — In Rechoboth wurde ein Arbeiterhaus eröffnet. Die Heuschreckenplage 1928. In der von uns angezeigten Broschüre des Ackerbaudepartments „The Locust Invasion of Palestine during 1928" von Agr. G. E. Bodkin schätzt der Autor die Verluste, die durch die Heuschreckeninvasion im Weltkrieg (1915) dadurch entstanden sind, daß keine ausreichende Abwehr organisiert war, auf mindestens 200.000 £. Mitte April 1928 kamen große Schwärme von Süden, Südwesten und Osten. Tag für Tag wurde an den verschiedensten Punkten des Landes der Kampf mit Flammenwerfern geführt, die Brut mit Gift vernichtet. Die Invasion war eine weniger starke als 1915. Die Heuschrecken kamen auch zu einem späteren Zeitpunkt und fanden daher wenig passende Plätze zum Eierlegen. Das war sehr günstig. Nur in Jericho ist ein größerer Schaden geschehen. Das wichtigste Mittel der Abwehr ist die rechtzeitige Erkenntnis der Gefahr. Dies war 1928 der Fall. In der Kampagne wurden 150 Flammenwerfer verwendet, 2000 Handnetze verteilt, mit denen am frühen Morgen Schwärme gefangen wurden. 5 Tonnen verschiedene Gifte wurden in Vorrat gehalten und teilweise verwendet. Zinkblechtafeln zur Einzäunung, um junge Heuschrecken zu fangen, wurden auf die Erde gestellt. Verschiedene gesetzliche Vorschriften wegen Verhaltens bei Heuschreckengefahr wurden erlassen oder ergänzt, ein Nachrichtendienst eingerichtet, Personal geschult, Aufsicht beigestellt usw. Die Bevölkerung war so eifrig mittätig, daß keine Prämien für das Sammeln von Eiern ausgeschrieben werden mußten. STÄDTE. Jaffa. Stromlieferung. Infolge der arabisch-jüdischen Spannung beschloß die Stadtverwaltung, die elektrische Straßenbeleuchtung, zu der der Strom von der Jaffa Electric Corporation geliefert wird, „aus Sparsamkeitsgründen" durch Petroleumgasbeleuchtung zu ersetzen. Der Ersatz der Lampen soll erst nach einer Ausschreibung erfolgen, die das billigste Angebot feststellen soll. Haifa. Neues Handelszentrum. Wie die „Ziko" meldet, wurde vor einigen Tagen ein größerer Bodenkomplex in der Jaffa-Straße in der Nähe des bereits bestehenden Commercial Gentre erworben. Auf den Grundstücken soll für jüdische Kaufleute, die ihre bis-