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Palästina · 1929-12-01 · Heft 12 (Dezember 1929) · p. Seite 40

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Journal
Palästina
Volume
12 (1929)
Issue
Heft 12 (Dezember 1929)
Article
Die Frage der Entschädigungen [Nachricht]
Date
1929-12-01
Page
Seite 40 (sequence 2)
Language
German
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den von der jüdischen Presse als ungerecht bezeichnet. So jene, daß eine Entschädigung nicht bezahlt wird, wo Juden und Araber miteinander gekämpft haben. Dies könne auch auf Fälle angewendet werden, wo Juden sich bloß verteidigt hätten. Ferner soll keine Entschädigung für Bauten gewährt werden. Es verlautet, daß die Höchstsumme der Beisteuer der Regierung zu den Entschädigungen, falls die Eingänge aus den Kollektivstrafen nicht ausreichen, 100.000 £ betragen soll. JEWISH AGENCY. Die Mandatskommission und die Unruhen. In der Eröffnungssitzung der 16. Session der Mandatskommission des Völkerbundes am 6. November behandelte der Vorsitzende Marquis Teodoli die Ergebnisse in Palästina und wies auf die Aussprache hin, die in der Septembersitzung des Völkerbundrates stattgefunden hat. Im Namen der Kommission gab Teodoli dem tiefsten Bedauern über die traurigen Geschehnisse und der tiefen Sympthie mit den Opfern der Unruhen und ihren Angehörigen Ausdruck. Die erste Etappe nach den Unruhen, die Wiederherstellung der Ordnung, sagte Teodoli, ist bereits erreicht worden; die zweite Etappe besteht in der Entsendung einer Untersuchungskommission durch die Mandatarmacht. Die dritte Etappe wird bestehen in den Beratungen der Mandatarmacht und ihren Beschlüssen, die auf Grund des Ergebnisses der Untersuchungen erfolgen werden, alle diesbezüglichen Materialien werden dem Völkerbund vorgelegt werden. Professor Rappard stellte die Frage, ob nicht Großbritannien die Absicht hat, noch vor Übermittlung ihres ausführlichen Berichtes eine kurze Erklärung über die Lage gegenüber der Kommission zu geben. Der Direktor der Mandatssektion, Katastini, erwiderte, daß eine solche Erklärung ja schon durch Henderson in der Septembersitzung des Völkerbundrates gegeben worden sei. Der Holländer Van Rees, Vizevorsitzender der Kommission, schlug dann vor, daß die Kommission in ihrer jetzigen Session lediglich die formalen Fragen behandeln soll, die nach Eintreffen des Berichtes der Mandatarmacht aktuell werden würden. Auf Anregung von van Rees wurde sich die Kommission zunächst über die Prozedur einig, die nach Eintreffen des Berichtes der britischen Regierung zur Anwendung zu kommen hat. Darunter ist auch die Frage zu verstehen, ob eine außerordentliche Session einberufen werden soll. Es scheint die Entschlossenheit zu bestehen, eine solche außerordentliche Session zur ausschließlichen Behandlung der Frage Palästina kurz nach Einlangen des Berichtes der Mandatarmacht stattfinden zu lassen. In einer vorhergehenden Sitzung (2. November) hatte sich die Kommission mit der Frage der heiligen Stätten befaßt. Die englische Regierung empfahl die Einsetzung einer besonderen Kommission hierfür. Hiergegen wurden Bedenken erhoben und auch diesbezüglich soll der Bericht der Untersuchungskommission abgewartet werden. Waad Leumi. Ing. Pinchas Rutenberg wurde zum Vorsitzenden gewählt. An Stelle eines derzeit abwesenden Mitgliedes wurde M. Diesengoff provisorisch kooptiert. Delegierte der Jewish Agency bei MacDonald in New York. Anläßlich seiner Anwesenheit in Amerika empfing der britische Premier am 11. Oktober eine Abordnung der Jewish Agency, welcher er sagte, daß die Regierung anerkenne, daß die jüdische Einwanderung in Palästina eine unbedingte Notwendigkeit für die Errichtung eines jüdischen Nationalheimes gemäß den im Mandat niedergelegten Bestimmungen sei, nur müsse sie von der Kapazität des Landes abhängen. Er betonte die Wichtigkeit einer Verständigung zwischen Juden und Arabern in Palästina.

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